Verbraucherinsolvenzen in Schleswig-Holstein stark gestiegen

Aus Schleswig-Holstein wird ein Anstieg der Verbraucherinsolvenzen gemeldet. (Symbolbild)  Jonas Walzberg/dpa
Aus Schleswig-Holstein wird ein Anstieg der Verbraucherinsolvenzen gemeldet. (Symbolbild) Jonas Walzberg/dpa

Kiel (dpa/lno) –

In Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr mehr Verbraucher Insolvenz angemeldet als 2024. Die Insolvenzgerichte entschieden über 3.569 Anträge, zeigt eine Mitteilung des Statistikamts Nord aus Kiel. Das entspricht einer Zunahme um acht Prozent. 

Verbraucherinsolvenzen sind auch als Privatinsolvenzen bekannt. Die Verfahren sollen Verschuldeten die Möglichkeit eines Neuanfangs bieten. 

Zu den Gründen der Entwicklung machte das Statistikamt wie üblich keine Angabe. Es handle sich aber um einen der höchsten Werte seit 2015. Durchschnittlich waren Verbraucher mit rund 42.800 Euro verschuldet. 

Verfahren sind langwierig und aufwendig

Bevor ein Verbraucherinsolvenzverfahren eingeleitet werden kann, muss ein Verschuldeter selbst versuchen, sich mit den Gläubigern zu einigen. Gelingt das nicht, kann der Verschuldete einen Antrag beim Insolvenzgericht stellen. 

Wenn auch über das Gericht keine Einigung erzielt werden kann, kann das Gericht ein Verfahren eröffnen. Der Verschuldete muss Vermögen abgeben und über Jahre einen Teil des Einkommens abtreten. Anschließend entscheidet das Gericht gegebenenfalls, ob der Verschuldete von alten Schulden befreit wird.

© dpa-infocom, dpa:260304-930-766629/1

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