Aurich (dpa/lni) –
An vielen Schulen in Ostfriesland wird die plattdeutsche Sprache in das Schulleben oder in den Unterricht integriert. Das geht aus einer Umfrage des Plattdüütskbüros des Regionalverbandes Ostfriesische Landschaft in Aurich unter 200 Schulen hervor. Von 75 Schulen, die auf die Umfrage antworteten, gaben 48 Schulen (64 Prozent) an, ein plattdeutsches Angebot für Schülerinnen und Schüler zu haben – allerdings kaum als eigenes Unterrichtsfach. Oft gibt es demnach Arbeitsgemeinschaften. Teils besuchen Klassen auch außerschulische Lernorte, an denen Plattdeutsch gesprochen wird oder Niederdeutsch wird in den Deutschunterricht integriert.
Zu Ostfriesland gehören die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Emden.
Die Ostfriesische Landschaft bewertet die Ergebnisse positiv. «So waren wir überrascht, dass bereits 18 Schulen immersiv mit Plattdeutsch als zweiter Sprache arbeiten», sagt Landschaftspräsident Rico Mecklenburg in einer Mitteilung. Immersiv bedeutet, dass Lehrkräfte in verschiedenen Fächern im Unterricht Platt sprechen. Meist ist das an Grundschulen der Fall.
Lehrkräfte fehlen, werden aber ausgebildet
Damit Niederdeutsch in Niedersachsen eine lebendige Sprache bleibt, soll sie nach Plänen der Landesregierung auch an weiterführenden Schulen etabliert werden. Dafür werden seit einiger Zeit an der Universität Oldenburg Lehrkräfte ausgebildet. Dort gibt es den einzigen Studiengang Niederdeutsch.
In Ostfriesland gaben neun von 19 weiterführenden Schulen in der Umfrage an, benotete Plattdeutsch-Wahlpflichtkurse anzubieten. An vier weiterführenden Schulen wird Plattdeutsch, quasi wie eine Fremdsprache, als eigenes Unterrichtsfach unterrichtet, wie das Plattdüütskbüro weiter mitteilte.
Oft fehlen allerdings in Ostfriesland noch Lehrkräfte, die Plattdeutsch sprechen – auch das ist ein Ergebnis der Umfrage. Demnach sind fehlendes Personal und fehlende Zeit Gründe dafür, warum Schulen Niederdeutsch bislang nicht in ihren Schulalltag integrieren. Das Plattdüütskbüro ist daher dafür, Niederdeutsch verbindlich als Unterrichtsfach in Grundschulen einzuführen. Denn für den Erhalt der plattdeutschen Sprache sei es wichtig, sie Kindern so früh wie möglich nahezubringen, heißt es in einer Mitteilung.
Nach Angaben des Kultusministeriums gab es 2025 zuletzt landesweit 46 zertifizierte Schulen, an denen das Lernen von Niederdeutsch oder Saterfriesisch gefördert wird.
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