Kiel (dpa/lno) –
Vier Jahre nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Schleswig-Holstein dem Land und seinen Menschen Unterstützung und Solidarität versichert. «Sie sind ein Vorbild für die freie Welt», sagte Landtagsvizepräsidentin Eka von Kalben (Grüne) bei einer Veranstaltung im Landtag. «Lassen wir nicht nach, die Ukraine zu bestärken und zu unterstützen.» Seit vier Jahren bringe die russische Aggression Tod und Elend in das Land. Die Grausamkeit Russlands habe seit langen jedes bekannte Maß verloren.
Europa muss die Lücke füllen
Es sei die Aufgabe der Europäer, die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. «Wir können und wir müssen noch mehr tun», sagte von Kalben. Die Ukraine könne sich nicht mehr auf die Hilfe der USA verlassen. «Diese Lücke muss Europa füllen.» Die Ukraine kämpfe auch für das restliche Europa. «Russland tritt unsere grundlegenden Werte mit Füßen.» Außenpolitik sei Sache des Bundes, aber Solidarität mit der Ukraine sei die Sache aller Menschen, betonte die Vizepräsidentin.
Die Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, Iryna Tybinka, dankte Schleswig-Holstein für die Solidarität, die sich nicht nur in Worten, sondern in Taten zeige. «Im Namen des ukrainischen Volkes danke ich Ihnen von Herzen dafür, liebe Freunde.» Diese Solidarität helfe den Menschen in der Ukraine, durchzuhalten. Niemand wisse, wann der Krieg enden werde. Aber es sei inzwischen klar, dass er nicht mit gutem Willen Russlands enden werde. «Unserer gemeinsamer Weg muss zum Sieg führen.»
Schriftstellerin Maljartschuk hofft auf Europa
Die in der Ukraine geborene Schriftstellerin und Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises, Tanja Maljartschuk, sagte, sie misstraue dem Wort «wir». Sie arbeite als Schriftstellerin alleine, sie fühle sich am Rande als Beobachterin am wohlsten. Doch seit dem russischen Angriff verwende sie das Wort «wir» manchmal: «Wir Europäer».
Maljartschuk schilderte eindrücklich, wie die Menschen in der Ukraine das Ausmaß des Terrors ertrügen, wie sich die Friedhöfe füllten, wie die Menschen im Winter ohne Heizung und Strom aushielten.
Sie wolle fest daran glauben, dass die Zeit vorbei sei, in der die Ukrainer die Europäer immer wieder davon überzeugen müssten, dass sie des Vertrauens und der Partnerschaft würdig seien – «und dass der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union nicht als Ausnahme, sondern als folgerichtigen Schritt in absehbarer Zeit erfolgen muss».
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