Hamburger Museum soll an Sturmflut-Katastrophe 1962 erinnern

Die Sturmflut von 1962 war die schlimmste Katastrophe in Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg, sagt Finanz- und Bezirkssenator Andreas Dressel auf einer Gedenkfeier zum Jahrestag. Georg Wendt/dpa
Die Sturmflut von 1962 war die schlimmste Katastrophe in Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg, sagt Finanz- und Bezirkssenator Andreas Dressel auf einer Gedenkfeier zum Jahrestag. Georg Wendt/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Das Gedenken an die verheerende Sturmflut von 1962 bekommt in Hamburg einen festen Ort. Eine Dauerausstellung im Museum Elbinsel Wilhelmsburg soll den Besuchern erklären, wie es zu der Katastrophe kam und welche Lehren daraus gezogen wurden. Außerdem sollen die besonderen Gefahren von Natur- und Klimakatastrophen für Wilhelmsburg vermittelt werden. Erstmals fand das alljährliche Gedenken an die 315 Menschen, die in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 ums Leben kamen, vor dem Museum statt.

Im März 2021 hatte der Senat beschlossen, das historische Gebäude zu sanieren und um die Ausstellung als neuen Schwerpunkt zu erweitern. Der Abschluss des Projekts ist für dieses Jahr geplant, wie es von dem städtischen Immobilienunternehmen Sprinkenhof hieß. Ursprünglich war von 2025 die Rede gewesen.

Das von einem Verein betriebene Heimatmuseum wurde im Jahr 1907 gegründet und ist seit mehr als 50 Jahren in einem historischen Amtshaus von 1724 untergebracht. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in den vergangenen Jahren für rund sechs Millionen Euro saniert. Die Gesamtkosten des Projekts werden über sieben Millionen Euro betragen, sagte Finanz- und Bezirkssenator Andreas Dressel (SPD). Das Erdgeschoss ist bereits im Rohbau fertig.

Helmut Schmidt rief Hubschrauberstaffel zu Hilfe

In der Nacht vor 64 Jahren waren die Deiche gebrochen, ein Sechstel der Hamburger Stadtfläche wurde überschwemmt. Allein auf der Insel Wilhelmsburg starben mehr als 200 Menschen, viele davon Bewohner von Behelfsunterkünften, die nach Kriegsende errichtet worden waren. Der damalige Hamburger Innensenator Helmut Schmidt (1918-2015) rief eine Hubschrauberstaffel der Nato zu Hilfe, obwohl das Grundgesetz einen solchen Einsatz eigentlich nicht erlaubte. Die Soldaten retteten Menschen von Dächern und transportierten Lebensmittel zu den Flutopfern.

«Die verheerende Flutkatastrophe hat sich in das kollektive Gedächtnis unserer Stadt fest eingebrannt», sagte Dressel. Es sei die schlimmste Katastrophe in Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen. Der Vorsitzende des Regionalausschusses für Wilhelmsburg in der Bezirksversammlung Mitte, Michael Weinreich, sagte: «Ich bin sehr glücklich, dass unser Gedenken nun durch die Sanierung des historischen Amtshauses einen dauerhaften und festen Ort im Herzen der Elbinsel erhält.»

Bislang fand das alljährliche Gedenken an einem Mahnmal in Wilhelmsburg statt, das mehrfach seinen Standort wechseln musste. Nun soll das 1983 von Franz Soethe geschaffene Denkmal «Die Woge» nach Angaben des Vereins am Museum aufgestellt werden.

© dpa-infocom, dpa:260216-930-695922/1

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