Jugendliche erhalten Bertini-Preis für Zivilcourage

Insgesamt beteiligten sich 126 Schülerinnen in sechs Projekten. Daniel Bockwoldt/dpa
Insgesamt beteiligten sich 126 Schülerinnen in sechs Projekten. Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Theaterstücke zum Nationalsozialismus, Stolpersteine gegen das Vergessen und Projekte für Demokratie: Am Holocaust-Gedenktag wurden im Ernst-Deutsch-Theater zum 28. Mal Jugendliche mit dem Bertini-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet. Der Name des Preises geht zurück auf den Roman «Die Bertinis» von Ralph Giordano (1923-2014). Darin berichtet der Hamburger Schriftsteller über die Verfolgung seiner Familie in der Nazi-Zeit – aber auch über die Zivilcourage einiger, die geholfen haben.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 126 junge Menschen ausgezeichnet. Sie sind im Rahmen von sechs Projekten auf die Suche nach vergangenem und gegenwärtigem Unrecht gegangen und haben sich für ein gleichberechtigtes Miteinander engagiert, wie die Hamburger Schulbehörde mitteilte.

Der Bertini-Preis 2025 geht an folgende sechs Projekte:

  • Die Klasse 8d der Otto-Hahn-Schule entwickelte das Theaterprojekt «Nie wieder!» nach dem Roman «Damals war es Friedrich» von Hans Peter Richter. Die Schüler setzten sich mit den Themen Nationalsozialismus, Verfolgung der Juden und den Parallelen zur heutigen Zeit auseinander.
  • Die Theaterkurse des 12. und 13. Jahrgangs der Stadtteilschule Bramfeld setzen sich in ihrem Stück «… weil ich NEIN sagte» mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinander. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass in Deutschland fast täglich ein Femizid geschieht und jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens physische oder sexualisierte Gewalt erfährt.
  • Zu Beginn des Jahres 2025 feierte die Schulgemeinschaft des Friedrich-Ebert-Gymnasiums die «Feste der Demokratie». Anlass waren der 100. Todestag des Namensgebers Friedrich Ebert sowie die Bürgerschafts- und Bundestagswahlen. Ziel war es, demokratische Werte sichtbar zu machen.
  • Die AG «Jüdische Biografien» des Helene-Lange-Gymnasiums erforscht die Lebenswege der rund 300 jüdischen Schülerinnen, die zwischen 1910 und 1934 das Gymnasium besuchten. Aus der Projektarbeit entstand die Verlegung von 27 Stolpersteinen am 8. Juli 2025 vor dem Gymnasium, die an ermordete ehemalige Schülerinnen erinnern.
  • Die berufliche BS02 führte einen Aktionsmonat zur temporären Schulumbenennung zu «Julius Hirsch Schule» durch. Im Rahmen des Projekts setzten sich 21 Klassen verschiedenster Bildungsgänge mit Themen wie Demokratie, Menschenrechte, Antifaschismus und Erinnerungskultur auseinander.
  • Basierend auf dem Spiel «Secret Hitler» hat das Theaterprofil Jahrgang 12 der Stadtteilschule Blankenese die Gameshow «Wer die Wahl hat» zur Demokratieförderung entwickelt, die interaktiv mit ihrem Publikum ist und deren Ausgang jedes Mal anders sein kann.

© dpa-infocom, dpa:260127-930-604275/1

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