Lebenslange Haft für Mord vor Hamburger Shisha-Bar

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.  Markus Scholz/dpa
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Markus Scholz/dpa

Hamburg (dpa) –

Mehr als zwei Jahre nach den tödlichen Schüssen auf einen 24-Jährigen vor einer Hamburger Shisha-Bar muss ein 33-jähriger Mann lebenslang ins Gefängnis. Das Hamburger Landgericht verurteilte den Deutschen mit türkisch-kurdischen Wurzeln wegen Mordes in Tateinheit mit Waffendelikten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. «Mit den Schüssen sollte die Ehre der Familie wiederhergestellt werden», sagte der Vorsitzende Richter. «Die Ehre war ihm wichtiger als das Leben eines Menschen.» Solche archaischen Vorstellungen seien «uns völlig fremd» und «verachtenswert».

Das Verbrechen hatte laut Gericht eine Vorgeschichte: Vor der Tat am 1. Oktober 2023 soll das Opfer von dem jüngeren Bruder des Angeklagten mit einem Messer bedroht worden sein. Am Tatabend trafen sich die Brüder demnach mit dem 24-Jährigen und mehreren seiner Familienangehörigen in der Shisha-Bar im Stadtteil Sasel zu einem sogenannten Friedensgespräch. Der 24-Jährige forderte für die Bedrohung ein Zeichen der Wiedergutmachung. Es sei vereinbart worden, dass der jüngere Bruder sich entschuldige und von seinem älteren Bruder vor der Tür eine Ohrfeige verpasst bekomme.

Gemeinsam gingen die Männer auf einen Vorplatz der Bar. Erst sei auch alles so erfolgt wie besprochen. Doch dann habe der jüngere Bruder den 24-Jährigen unvermittelt angegriffen und zu Boden gestoßen. Der ältere Bruder habe eine Waffe gezogen und aus kurzer Distanz mindestens sieben Schüsse auf das Opfer abgegeben, das noch am Tatort starb.

© dpa-infocom, dpa:260120-930-570878/1

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