Oslo (dpa) –
Eine Inselgruppe im Nordatlantik flippt aus und feiert einen historischen Handballabend: Dank der Großfamilie um Elias á Skipagøtu vom Bundesligisten THW Kiel haben die Färinger erstmals in ihrer Verbandsgeschichte ein EM-Spiel gewonnen. Vor etwa 6.500 Anhängern, die rund zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten, gewann der Handball-Zwerg sein zweites Vorrundenspiel gegen Montenegro mit 37:24 und hat nach dem Auftakt-Remis gegen die Schweiz nun gute Chancen auf die Hauptrunde.
18 Treffer trugen die Familien á Skipagøtu und Mittun bei. Elias á Skipagøtu vom THW Kiel machte acht Tore, sein Bruder Roi blieb diesmal ohne Treffer. Ihr Cousin Oli Mittun war bester Schütze mit zehn Toren, sein Bruder Pauli war nicht erfolgreich. Auch Hakun West av Teigum vom deutschen Meister Füchse Berlin reihte sich mit neun Treffern in die Torschützenliste ein.
Ein Land so groß wie Wetzlar
Die Fans, fast alle in Weiß und mit Hüten in Landesfarben, verwandelten die Arena in ein Tollhaus. Jedes Tor wurde wie ein EM-Sieg gefeiert, Schiedsrichterentscheidungen gingen im lautstarken Gesang unter. Wie der Verband auf Instagram mitteilte, sind derzeit sogar das Parlament sowie einige Kindergärten geschlossen, weil viele Mitglieder beziehungsweise Erzieher ebenfalls in Oslo sind.
Die Färöer bestehen aus insgesamt 18 Inseln im Nordatlantik und haben rund 55.000 Einwohner. Also in etwa so viele wie die hessische Bundesliga-Stadt Wetzlar.
Fans kommen in Sondermaschinen und per Fähre
Mit Chartermaschinen und per Fähre waren die Fans angereist. Die nationale Fluggesellschaft Atlantic Airways setzte 18 Sondermaschinen ein. Weitere 1.050 Fans nahmen die Fähre, wie der färingische Handballverband der dpa mitteilte.
Schon bei der EM in Deutschland vor zwei Jahren hatten Tausende Fans der Färinger eine riesige Handball-Party in Berlin gefeiert.
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