Schauspielhaus setzt erneut auf Antikenzyklus – sechsteilig

Das Deutsche Schauspielhaus hat die Pläne für die Saison 2026/27 vorgestellt. (Archivbild) Marcus Brandt/dpa
Das Deutsche Schauspielhaus hat die Pläne für die Saison 2026/27 vorgestellt. (Archivbild) Marcus Brandt/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Nachdem das Deutsche Schauspielhaus mit der Antikenserie «Anthropolis» einen Nerv bei seinem Publikum getroffen hatte, setzt Intendantin Karin Beier erneut auf Mythen und Sagen. Der neue Antikenzyklus «Fremde Sonne. Die Argonauten. Iason. Medea.» markiert gleichzeitig den Start in die neue Saison 2026/27, wie das Haus in Hamburg mitteilte. Im Zentrum der mehrteiligen Produktion steht die Fahrt der sogenannten Argonauten zur Eroberung des Goldenen Vlieses und damit auch das Phänomen Medea. Der erste Teil wird am 26. September uraufgeführt. 

Die Texte für den Zyklus hat Roland Schimmelpfennig entwickelt oder in eine zeitgenössische Sprache übertragen. Sehr kurz und knapp zur Geschichte: Das Goldene Vlies beziehungsweise die fremde Sonne gilt quasi als Lösung für alle Probleme, die Reise auf dem Schiff «Argo» wird zur Fahrt in den Untergang und dank Medea – Königstochter und spätere Frau des Helden – kommt das Vlies doch noch nach Griechenland. 

Die Stücke werden den Theater-Angaben zufolge seit mehr als zwei Jahren vorbereitet und geprobt. Der sechste und letzte Teil «Medea in Athen: Der gefundene Sohn» hat Anfang Februar 2027 Premiere. 

Abgesehen vom Antikenzyklus sind in den Spielstätten des Schauspielhauses noch drei weitere Uraufführungen und zwölf Premieren sowie acht Inszenierungen am jungen Schauspielhaus geplant. 

Die weiteren Uraufführungen sind: 

  • – «Ubasute» (Arbeitstitel) der japanischen Dramatikerin Satoko Ichihara (19. Dezember). Thema: Was passiert, wenn Kinder ihre alt gewordenen Eltern aussetzen?
  • – Projekt «Amadé» des vielfach ausgezeichneten deutschen Theaterregisseurs Christopher Rüping (16. April). Thema: Begegnung mit dem Geist Wolfgang Amadeus Mozarts – dem Geist der Unangepasstheit und des Geliebt-Werden-Wollens. 
  • – «Weil der Frieden Zucker ist! oder: Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof», Inszenierung von Anita Vulesica, (7. November). Thema: Nach einem Text von Nachkriegsliterat Georges Perec verteidigt das Stück komisch und anarchisch den Pazifismus und das Recht des Einzelnen gegen einen militarisierten Staat.

Thomas Manns Familienepos «Buddenbrooks» steht ab dem 26. Februar im Mittelpunkt des Stückes «Buddenbrooks − allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie» von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht. «Die älteste Radio-Crew des Nordens präsentiert den sich über vier Generationen erstreckenden großbürgerlichen Niedergang», schreibt das Schauspielhaus dazu. 

Das Junge Schauspielhaus beginnt die Saison dagegen schon früher. Die Spielzeit startet dort bereits am 28. August mit der Wiederaufnahme-Premiere der Produktion «Nimmerland». Das Stück ist für ein junges Publikum ab acht Jahren, Regie führt Brigitte Dethier, die 2025 mit dem Deutschen Theaterpreis «Faust» für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

© dpa-infocom, dpa:260424-930-989692/1

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