Bunte Blüten, weite Blicke: So wird die Landesgartenschau

Die ersten Blüten sind auf dem Gelände in Bad Nenndorf bereits zu sehen. Julian Stratenschulte/dpa
Die ersten Blüten sind auf dem Gelände in Bad Nenndorf bereits zu sehen. Julian Stratenschulte/dpa

Bad Nenndorf (dpa/lni) –

Mit Zigtausenden Blumen, Hunderten neuen Bäumen und einem «Waldtempel» in luftiger Höhe will Bad Nenndorf von kommender Woche an die Besucher zur Landesgartenschau in die Kurstadt locken. 

Vom 29. April bis 18. Oktober rechnen die Veranstalter mit rund 600.000 Gästen in der Kleinstadt westlich von Hannover. Neben einer großen Pflanzenvielfalt soll die Schau mit architektonischen Hinguckern, Sportangeboten für Groß und Klein sowie Konzerten punkten. Unter anderem sind Auftritte von Alphaville, Amy Macdonald und Matthias Reim angekündigt.

Zum Vergleich: Zur bisher letzten Landesgartenschau 2023 in Bad Gandersheim in Südniedersachsen waren lediglich 425.000 Menschen gekommen. Weil die Organisatoren dort mit etwa 460.000 Besuchern kalkuliert hatten, endete die Schau damals in einer Insolvenz der Trägergesellschaft.

Lies nennt Lehren aus Bad Gandersheim

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies machte sich nun in Bad Nenndorf kurz vor der offiziellen Eröffnung ein Bild der Vorbereitungen und zeigte sich zuversichtlich, dass sich ein solches Fiasko nicht wiederholt. 

Es sei wichtig für die Planer vor Ort, «den Erwartungshorizont, was die Gäste angeht, nicht zu hoch zu setzen», sagte der SPD-Politiker angesprochen auf die Lehren aus Bad Gandersheim. «Ich habe den Eindruck, hier in Bad Nenndorf hat man das ganz bewusst genutzt, indem man nicht überzogen hat, aber trotzdem Attraktionen geschaffen hat, die eben auch dazu führen, dass Menschen kommen. Und ich glaube, das kann hier gut gelingen.» 

Bad Nenndorf sei es gelungen, die Schau in den bestehenden Kurpark zu integrieren – und das weitgehend barrierefrei, hob Lies hervor.

Bei aller landschaftlicher Schönheit geht es dabei auch um sehr viel Geld: 39 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen, wovon die Stadt Bad Nenndorf selbst 13 Millionen Euro gestemmt hat. Der Rest kommt aus Fördermitteln.

Schau soll für das Gärtnern begeistern

Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte sagte, die Landesgartenschau sei eine Chance für die Gartenbaubranche, sich zu präsentieren, solle aber auch die Besucher selbst für das Gärtnern begeistern. Gleichzeitig könne die Veranstaltung den Tourismus in der Ausrichterstadt beflügeln. 

Die Städte profitierten zudem langfristig von den Umbauten zur Landesgartenschau – auch wenn man nicht erwarten dürfe, dass etwa wegen eines Baumwipfelpfades «plötzlich jedes Jahr 10.000 Leute kommen», sagte die Grünen-Politikerin. Das sei wahrscheinlich früher «bei anderen Standorten einfach eine Fehlkalkulation gewesen».

Das sind die Highlights

In Bad Nenndorf gehört ein sogenannter «Waldtempel» zu den Höhepunkten, im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeint ist eine Art riesige Wendeltreppe, die die Besucher – ohne Stufen und umringt von Bäumen – in die Höhe führt. Rund 54 Meter über der Esplanade, dem historischen Kurplatz der Stadt, gelegen, lässt sich der Ausblick in den Wald genießen. 

Außerdem gibt es einen neu angelegten Teich, der zum Verweilen einlädt, einen Steg, der die laut Veranstaltern weltweit einmalige Süntelbuchenallee einerseits begehbar macht und andererseits im Vergleich zum bisherigen Trampelpfad schützt, sowie eine große neue Freizeitfläche mit Spiel- und Sportgeräten. 

Die Schau in Zahlen

Insgesamt umfasst das Gelände der Landesgartenschau rund 34 Hektar, was etwa 48 Fußballfeldern entspricht. Rund 500 Bäume und 1.700 Sträucher wurden gepflanzt, dazu fast 6.000 Quadratmeter Stauden- und Wechselflor für anhaltende Blütenpracht angelegt.

Ein Tagesticket kostet für Erwachsene ab 25 Jahren 24 Euro, ermäßigte Tickets gibt es für 20 Euro. Kinder zwischen 4 und 13 Jahren zahlen 1 Euro, für einen Hund werden 6 Euro fällig. Führungen sind für 12,50 Euro buchbar.

© dpa-infocom, dpa:260424-930-989860/1

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