Hannover (dpa/lni) –
Die neuen doppelstöckigen Regionalzüge für den Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen verzögern sich zum sechsten Mal. Wie der Hersteller Alstom mitteilte, kann der Einsatz mit Fahrgästen erst 2027 schrittweise erfolgen. Zuerst hatte die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» über die abermalige Verschiebung berichtet.
Alstom erklärte, der Hauptgrund für die verspätete Auslieferung der Züge seien zurückliegende Materialengpässe. Die Lieferung solle in diesem Jahr beginnen und im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden. Alstom beteuerte, das Unternehmen setze alles daran, die Züge für das Expresskreuz Bremen-Niedersachsen so schnell wie möglich zu liefern.
Drohen Fahrten auszufallen?
Auch die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) teilte mit, man gehe nicht mehr davon aus, dass Alstom in diesem Jahr alle Züge liefert. «Unser wichtigstes Ziel ist, dass trotz der aus unserer Sicht absehbaren weiteren Lieferverzögerungen keine Fahrten ausfallen müssen», sagte eine LNVG-Sprecherin. Die DB Regio sei deshalb beauftragt worden, auch für das erste Halbjahr 2027 ein Ersatzkonzept vorzubereiten. «So können wir den Fahrgästen trotzdem alle Verbindungen anbieten.» Die Details würden noch erarbeitet.
Fest stehe, dass auf der Linie des RE1 zwischen Hannover und Norddeich Mole weiter Doppelstockzüge eingesetzt werden. Auf den Linien RE8 zwischen Hannover und Bremerhaven-Lehe und RE9 zwischen Osnabrück und Bremerhaven-Lehe sollen Züge der Baureihe 442 eingesetzt werden. «Die Zahl der Sitzplätze wird ungefähr so hoch sein wie heute, bei der RE9 sogar etwas höher.» Laut Bahn sind auf diesen Strecken täglich knapp 40.000 Reisende unterwegs.
LNVG erwägt rechtliche Schritte
Zuletzt war die Lieferung der Züge im Januar wieder einmal verschoben worden. Damals rechnete die LNVG noch damit, im Laufe des Jahres alle Züge zu bekommen.
Für Alstom könnten die Verzögerungen ein juristisches Nachspiel haben. «Wir behalten uns alle rechtlichen Schritte vor», teilte die LNVG mit. Alstom erklärte, man arbeite «vertragskonform, transparent und vertrauensvoll mit allen beteiligten Partnern zusammen».
© dpa-infocom, dpa:260417-930-957031/1








