Nach Kritik: GEW-Landeschef Störmer verteidigt sich

Niedersachsens GEW-Landeschef Stefan Störmer weist interne Kritik zurück. (Archivbild) Julian Stratenschulte/dpa
Niedersachsens GEW-Landeschef Stefan Störmer weist interne Kritik zurück. (Archivbild) Julian Stratenschulte/dpa

Hannover (dpa/lni) –

Nach Berichten über interne Kritik an seinem Führungsstil hat der Landeschef der Bildungsgewerkschaft GEW in Niedersachsen, Stefan Störmer, die Vorwürfe zurückgewiesen. «Ich bilde mir ein, dass ich für Anliegen zunächst immer ein offenes Ohr habe», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Der Vorwurf der Herabwürdigung klingt so, als würde ich die Arbeit hier nicht wertschätzen. Das ist nicht richtig.»

Im vergangenen Oktober wurde Störmer trotz der Kritik als Vorsitzender der GEW in Niedersachsen bestätigt. Früheren Angaben zufolge sprachen sich rund 76,8 Prozent der Delegierten für seine Wiederwahl aus. Störmer ist seit Mai 2022 im Amt. 

In den Tagen vor seiner Wahl hatten mehrere Medien über Querelen innerhalb der GEW berichtet. Dabei ging es unter anderem um die Kündigung einer Betriebsvereinbarung, die den Mitarbeitern Zuschüsse zum Krankengeld garantiert hatte. Störmer sprach von finanziellen Herausforderungen der GEW Niedersachsen.

«Bereiche mit Optimierungsbedarf»

Störmer sagte der Zeitung nun: «Wir hatten Hinweise darauf, dass im Bereich der Finanzen etwas nicht korrekt läuft. Dem sind wir natürlich nachgegangen.» Er räumte ein: «Dass Aufarbeitungsprozesse intern manchmal als härter empfunden werden als früher, kann sein – insbesondere von Menschen, die mit diesen Vorgängen zu tun hatten.» Gebe es allerdings Anhaltspunkte für Fehler, müsse gehandelt werden: «Das tue ich aber niemals allein, es gab auch dazu natürlich entsprechende Vorstandsbeschlüsse.» 

Der Landeschef erklärte, der Landesverband umfasse vier große und finanziell gut aufgestellte Bezirksverbände. «Wir schauen uns aktuell an, was in den letzten Jahren gelaufen ist», sagte er. Es gebe «Bereiche mit Optimierungsbedarf». Die Aufarbeitung sei aber Aufgabe des gesamten Vorstands und der Organisation. 

Störmer sprach auch von einer längeren krankheitsbedingten Vakanz in der Geschäftsführung. «Dadurch entstand ein Vakuum», sagte er. «Durch die Vakanz mussten wir als Vorstand zunehmend auch Aufgaben der Geschäftsstellenleitung übernehmen.» Es gebe in einer solchen Lage Lernprozesse. «Wenn Sie mich heute fragen, ob ich Dinge anders machen würde: Ja, definitiv. Im Nachhinein ist man immer klüger.» Er habe aber den Eindruck, «dass Prozesse nun deutlich klarer und ruhiger geworden sind».

© dpa-infocom, dpa:260119-930-564586/1

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