Kiel (dpa/lno) –
Schleswig-Holsteins Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert. «Mit dem 8. Mai 1945 gingen nicht allein fast sechs Kriegsjahre zu Ende, sondern vor allem auch zwölf Jahre nationalsozialistischer Terrorherrschaft und der Massenmord an Millionen von Menschen», sagte die CDU-Politikerin im Landtag. «Die Schoa, der Mord an Sinti und Roma, die sogenannte Euthanasie, die Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen und politisch Oppositionellen, der vieltausendfache Mord an Menschen in den durch die Wehrmacht besetzen Gebieten, insbesondere in Osteuropa.»
Herbst betonte in ihrer Rede, der 8. Mai sei ein Tag der Befreiung gewesen. «Er befreite Zehntausende von geschundenen und gequälten Menschen aus den Folter- und Mordlagern der Nazis, er befreite Völker und Nationen von der brutalen Besetzung durch deutsche Truppen.» Das Ende des NS-Systems habe nicht zuletzt die Deutschen selbst von einer Diktatur befreit, die viele von ihnen begrüßt und bis zum Ende aktiv unterstützt hätten.
Cap Arcona
Die Landtagspräsidentin erinnerte an den Tod vieler Menschen im Norden noch wenige Tage vor Kriegsende. «Am 3. Mai 1945 ereignete sich in der Neustädter Bucht die Katastrophe der „Cap Arcona“ und der „Thielbek“. Ihr fielen tausende von KZ-Häftlingen zum Opfer, die zuvor in Todesmärschen durch unser Land getrieben worden waren.» Damals starben fast 7.000 Häftlinge bei einem britischen Luftangriff auf die Schiffe. Die SS hatte Gefangene aus dem KZ Neuengamme an Bord der «Cap Arcona» und der «Thielbek» gebracht.
Der Tag der Befreiung und der demokratische Neuanfang in Deutschland gehörten untrennbar zusammen, sagte Herbst. «Nichts symbolisiert dies deutlicher als der Umstand, dass der erste gewählte Schleswig-Holsteinische Landtag zum ersten Mal am 8. Mai 1947 zusammengetreten ist, auf den Tag genau zwei Jahre nach Kriegsende.»
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