München (dpa) –
Nach dem beeindruckenden Torfest zum Jahresauftakt jubelten die Dauersieger des FC Bayern schon wieder ausgelassen vor ihren Fans – und Vincent Kompany freute sich über ein perfektes Jubiläum als Münchner Trainer. Das 8:1 (2:1) gegen Lieblingsgegner VfL Wolfsburg im 50. Bundesligaspiel unter Kompany war eine erneute Machtdemonstration des souveränen Spitzenreiters, der von seiner Dominanz auch über die Weihnachtspause nichts eingebüßt hat.
«Das schmeckt gut, muss ich sagen. Das haben wir uns auch vorgenommen, uns hier zu Hause an so einem kalten Januartag so ein bisschen in die Herzen wieder reinzuspielen. Das hat gut geklappt», sagte Bayerns Torwart Manuel Neuer bei DAZN, «und wir sind alle sehr zufrieden». Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund erhöhte sich auf elf Punkte, von Bayern-Jägern kann in der Bundesliga keine Rede mehr sein.
Wolfsburgs Eigentorschütze Kilian Fischer monierte, dass sein Team nach der Halbzeitpause eingebrochen sei: «Das 8:1 ist schon wirklich peinlich.» VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler sprach gar von einem «Komplettausfall» nach dem Seitenwechsel.
Olise/Díaz wie einst Ribéry/Robben
Beim 39. Liga-Sieg unter Kompany lief die Münchner Tormaschine bei Minus-Temperaturen nach der Pause richtig heiß. Geprägt wurde das Geschehen in der Allianz Arena dabei lange von der Flügelzange Michael Olise/Luis Díaz. Wie einst Franck Ribéry und Arjen Robben verzückten der Franzose und der Kolumbianer die 75.000 Zuschauer mit ihrer Technik, ihren Tricks und ihrem Tordrang.
Beide trafen auch. Díaz zum 2:1 per Kopf in der 30. Minute auf Flanke von Olise. Und der Franzose legte später das 3:1 und 7:1 nach (50./76.). Die beiden Münchner Angreifer erzwangen zudem mit ihrem unwiderstehlichen Zug zum Tor die Wolfsburger Eigentore von Fischer (5.) und Moritz Jenz (53.).
Traumtor von Kane zum 6:1
Das schönste Tor des Tages erzielte Harry Kane zum 6:1. Bei seinem 20. Saisontor zirkelte der Engländer den Ball wunderbar in den Winkel (69.). Nur eine Minute zuvor hatte Kane dem eingewechselten Raphael Guerreiro uneigennützig das 5:1 aufgelegt. Leon Goretzka machte in der 88. Minute das achte Tor – mit Rückennummer acht. Der spielfreudige Olise traf auch noch den Außenpfosten (64.). Nach 16 Saisonspielen haben die Bayern nun schon 63 Tore erzielt – meisterlich!
Die Wolfsburger blieben auch im 29. Anlauf in München sieglos. Sie wehrten sich bis zum Doppelschlag der Bayern kurz nach der Pause erstaunlich gut – doch danach zerfiel das Team von Trainer von Daniel Bauer komplett. Der in München geborene und beim FC Bayern ausgebildete U21-Nationalspieler Dzenan Pejcinovic brachte den Tabellenführer sogar mit dem 1:1 in der 13. Minute vorübergehend aus dem Rhythmus. Der 20-Jährige blieb im Strafraum eiskalt und schob den Ball an Bayern-Torwart Manuel Neuer vorbei ins Tor.
Bischof statt Goretzka
Die Münchner agierten im Rückwärtsgang in der ersten Hälfte zu nachlässig. Ohne den noch angeschlagenen DFB-Kapitän Joshua Kimmich, für den nicht etwa Routinier Goretzka zum Einsatz kam, sondern der junge Tom Bischof, taten sich im Zentrum viel zu viele Räume auf.
«Neues Jahr, alles fängt wieder an, alles steht wieder auf Null. Wir müssen uns wieder die Punkte holen, damit wir deutscher Meister werden», hatte Kompany vor dem Anpfiff beim Streamingdienst DAZN gesagt. Auch wenn es nach dem 1:1 vorübergehend etwas ruckelte bei den vor Weihnachten extrem dominanten und torhungrigen Bayern, knüpften sie insgesamt doch wieder an 2025 an. Im zweiten Durchgang tat sich ein deutlicher Klassenunterschied auf.
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