Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung bei Leiche aus Aller

Die Ermittlungen nach dem Verschwinden einer jungen Frau aus Celle sind noch nicht abgeschlossen. (Symbolbild) Soeren Stache/dpa
Die Ermittlungen nach dem Verschwinden einer jungen Frau aus Celle sind noch nicht abgeschlossen. (Symbolbild) Soeren Stache/dpa

Celle (dpa/lni) –

Bei den Ermittlungen wegen einer vermissten Frau aus Celle hat die Obduktion einer in der Aller gefundenen Frauenleiche bislang keine Hinweise auf Fremdverschulden ergeben. Die Todesursache des am Wochenende gefundenen Leichnams sei wegen der Liegezeit im Wasser nicht mehr eindeutig feststellbar, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Celle, Stefanie Vogler, zum vorläufigen Obduktionsergebnis. Auch die Identität der Toten sei noch nicht abschließend geklärt. Zuvor hatte «Bild» darüber berichtet.

Aufgrund von verschiedenen körperlichen Merkmalen spreche aber viel dafür, dass es sich um die seit Mitte März vermisste 25 Jahre alte Frau aus Celle handele, erklärte die Staatsanwältin: «Die letzte Gewissheit soll durch einen DNA-Abgleich festgestellt werden.» In aller Regel dauerten DNA-Untersuchungen mehrere Wochen. 

Verletzungen sich selbst beigebracht?

Die Tote war am Samstagvormittag von einem Wassersportler in der Aller im Bereich Hambühren (Landkreis Celle) entdeckt worden. Einsatzkräfte der Polizei bargen die Leiche aus dem Wasser.

Bei der Obduktion seien zum Beispiel keine Hämatome festgestellt worden, die Hinweise auf eine Fremdeinwirkung wären, sagte Vogler. Zwei am Hals gefundene Stichverletzungen hätten keine Blutgefäße verletzt und seien auch nicht lebensbedrohlich gewesen: «Die Rechtsmedizin meint, die Verletzungen seien in Einklang zu bringen mit einer Selbstverletzung.»

Mittlerweile sei das Handy der Vermissten gefunden worden. Es werde nun ausgewertet, hieß es.

Todesumstände wohl nicht zu klären

Damit lege die derzeitige Spurenlage nahe, dass die Frau nicht durch Fremdverschulden zu Tode gekommen sei, hieß es. «Ob sie durch Unfall oder Suizid gestorben ist, werden wir wahrscheinlich nicht herausfinden können.»

Die Ermittlungen gegen einen 46 Jahre alten Tatverdächtigen seien allerdings noch nicht eingestellt worden, betonte die Staatsanwältin. Das bleibe dem Abschluss der Ermittlungen vorbehalten. «Jedenfalls hat sich Stand jetzt an dem Verdachtsgrad, der ja ohnehin niedrig war, nichts geändert.» 

Gegen den Mann waren Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung aufgenommen worden. Der Mann war vor dem Verschwinden der Frau mit ihr in ihrer Wohnung.

© dpa-infocom, dpa:260413-930-938816/2

Copy LinkCopy Link
Zur Startseite