Goldschmidt: Reiches Pläne bremsen Windkraft-Ausbau

Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sorgt sich um die Energiewende. (Archivbild) Frank Molter/dpa
Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sorgt sich um die Energiewende. (Archivbild) Frank Molter/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt fordert von der Bundesregierung Vorrang für die Energiewende. Seine klare Erwartung sei, dass sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf der Sonder-Energieministerkonferenz klipp und klar zur Energiewende als Motor für den Wirtschaftsstandort bekenne, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er plädierte für Sonderausschreibungen für die Windenergie an Land.

«Das wäre nicht nur eine der zentralen Maßnahmen zur Erreichung unseres gesetzlich verankerten Klimaschutzziels, sondern auch ein aktiver Beitrag zu unserer eigenen Sicherheit in einer von fossilen Energiekriegen erschütterten Welt», sagte Goldschmidt. Der Politiker aus dem Norden stört sich an den Reformplänen des Bundeswirtschaftsministeriums. Reiche strebt an, den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anzupassen und Kosten zu senken. Teure «Abregelungen» sollen vermieden werden.

Ausbaubremse?

Schleswig-Holstein sei auf dem Weg, Klimawirtschaftsregion zu werden, sagte Goldschmidt. «Davon werden wir uns auch nicht von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche abbringen lassen, die neuerdings sogar das gemeinsame europäische Klimaziel infrage stellt.» Statt die Energiewende in Zeiten fossiler Energiekriege entschieden voranzutreiben, verunsichere die Ministerin mit der angekündigten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Er bezeichnete die Pläne als «Ausbaubremse für die Erneuerbaren Energien».

In Schleswig-Holstein wurden 2025 nach Angaben des Statistikamtes knapp 27,3 Millionen Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien in das Netz eingespeist. Das waren 0,2 Prozent weniger als im Jahr 2024. Allerdings sank die Einspeisung aus Windkraftanlagen an Land um 3,1 Prozent, die aus Offshore-Anlagen um 2,8 Prozent. Auch die Stromeinspeisung aus Biogasanlagen ging geringfügig um 0,8 Prozent zurück, während die aus Photovoltaik kräftig um 28,4 Prozent stieg.

© dpa-infocom, dpa:260327-930-873072/1

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