Hamburg (dpa) –
Ob Musik, Literatur, Design, Tanz, Videospiel-Entwicklung, Theater oder Medien – die deutsche Kreativwirtschaft ist in den vergangenen Jahren zu einer eigenständigen und wichtigen Wirtschaftsbranche geworden. «Die Wirtschaftskraft liegt bei rund 205 Milliarden Euro Umsatz im Jahr und es gibt hier mehr als zwei Millionen Erwerbstätige», sagte Gitta Connemann, parlamentarische Staatssekretärin am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, zu Beginn eines zweitägigen Gipfels der Kreativwirtschaft in Hamburg.
«Kreativität ist kein Luxus. Sie ist Substanz, sie ist Wirtschaftskraft, sie ist kein kleiner Spieler», sagte Connemann.
In Hamburg haben sich nun mehr als 1.100 Akteure der Branche zum dritten Mal getroffen, um über die Herausforderungen und Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) zu sprechen. Vor allem der Schutz der Urheberrechte und des geistigen Eigentums ist ein Thema, das die Branche umtreibt.
Brosda: Kompetenz im Umgang mit KI ist entscheidend
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) riet den Kreativen, sich intensiv mit der KI auseinanderzusetzen und eine Kompetenz im Umgang mit ihr aufzubauen. Es brauche eine Lust auf die Technologie. Gleichzeitig sollte sie aus den eigenen, kulturellen Vorstellungen entwickelt werden – also so, dass sie der Branche nutzt.
Für mehr Mitbestimmung bei den Plattformen zu sorgen – sie also quasi von innen heraus zu demokratisieren -, sollte ebenfalls eine Antwort auf KI in Kultur- und Kreativwirtschaft sein, sagte Brosda. Auf diese Weise könne die rechtzeitige Transformation der Branche gelingen, die dann auch den wirtschaftlichen Erfolg sichere.
In die gleiche Kerbe schlug Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativgesellschaft und Gipfelgastgeber. «Wir müssen lernen, das Übermorgen zu denken, und den Mut haben, auch über das Unmögliche nachzudenken, nur so kann es möglich werden.»
Kreativwirtschaft macht in Hamburg 11,4 Milliarden Umsatz
Die Künstliche Intelligenz sei eben nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance, sagte Staatssekretärin Connemann. Es gehe darum, die menschliche Urteilsfähigkeit und Kreativität zu nutzen, um die Technologie als Werkzeug klug nutzen zu können. «Kollaboration statt Konkurrenz. Es gibt keinen anderen Weg nach vorn.»
Allein in Hamburg werden nach Angaben von Rühl etwa 31.000 Unternehmen in der Kreativwirtschaft gezählt – ein Wachstum von 27 Prozent in den vergangenen 13 Jahren. Damit zählt jedes siebte Unternehmen in Hamburg zu dieser Branche. Die Kreativwirtschaft an der Elbe trägt mit einem Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro zu rund 2,6 Prozent der Gesamtwirtschaft bei.
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