Zehn Jahre Haft für Vergewaltigung und Geiselnahme

Wegen Vergewaltigungen und Geiselnahme hat das Landgericht Kiel einen Mann zu zehn Jahren verurteilt. (Archivbild) Felix Müschen/dpa
Wegen Vergewaltigungen und Geiselnahme hat das Landgericht Kiel einen Mann zu zehn Jahren verurteilt. (Archivbild) Felix Müschen/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Wegen Vergewaltigung sowie Geiselnahme in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis hat das Landgericht Kiel einen 35-Jährigen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Ehefrau fünfmal vergewaltigte, wie eine Gerichtssprecherin am Nachmittag bestätigte. Den mitangeklagten Bruder verteilte das Landgericht wegen Beihilfe zur Geiselnahme in Tateinheit mit Fahren ohne Führerschein zu zwei Jahren auf Bewährung, wobei die Bewährungsdauer drei Jahre beträgt. Zuvor hatten die «Kieler Nachrichten» berichtet.

Der Verteidiger des Hauptangeklagten hätten eine Geldstrafe gefordert, sagte die Gerichtssprecherin. In dem Prozess habe es mehr als 40 Verhandlungstage gegeben. Das Verfahren hatte im Juni vergangenen Jahres begonnen.

Anklage

Laut Anklage soll der Hauptangeklagte die Frau bei einem der Fälle in der gemeinsamen Wohnung in Rendsburg gefesselt haben. Schließlich soll er mit seinem mitangeklagten 26 Jahre alten Bruder den Plan gefasst haben, seine nach syrischem Recht angetraute Ehefrau mit den Kindern nach Großbritannien zu entführen. Die Vergewaltigungen ereigneten sich demnach im November 2022 und im Mai 2024.

Ziel war es früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge gewesen, die Beziehung ohne den Schutz der Eltern der Frau oder anderer Kontakte weiterführen zu können. Daher warteten beide Brüder mit einem Auto vor der Wohnung der Eltern der Frau. Als sie schließlich mit zwei der drei Kinder das Haus ihrer Eltern verließ, sollen sie ihr gedroht und die drei entführt haben. 

In Frankreich festgenommen

Zunächst kam die Frau den Aussagen nach in den Kofferraum und die beiden Kinder auf die Rückbank des Autos. Dann fuhren sie in Richtung Süden. Bei der Fahrt kam es laut Anklage zu Unstimmigkeiten zwischen den Brüdern, so dass der 26-Jährige das Fahrzeug in der Region Hannover verließ. 

Sein älterer Bruder fuhr mit seiner Frau und den beiden Kindern über die Niederlande und Belgien bis ins französische Calais. Dort wollte er mit Hilfe von Schleppern nach Großbritannien gelangen. Während dieser Zeit schliefen sie in einem Zelt in einem Flüchtlingscamp. Schließlich wurde er von der französischen Polizei festgenommen.

© dpa-infocom, dpa:260427-930-442/1

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