Meeresbiologe: Aktion ist positiv – doch Netzproblem bleibt

Ein Meeresbiologe schätzt die Maßnahmen, die man vorhat, grundsätzlich als vielversprechend ein.  Philip Dulian/dpa
Ein Meeresbiologe schätzt die Maßnahmen, die man vorhat, grundsätzlich als vielversprechend ein. Philip Dulian/dpa

Schwerin/Wismar (dpa) –

Der Meeresbiologe Boris Culik bewertet den aktuellen Rettungsversuch des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals durchaus positiv. Er schätze die Maßnahmen, die man vorhabe, als sehr vielversprechend ein, sagte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat. «Also, man kann ihn damit auf jeden Fall aufschwimmen.» Dennoch sei es eine andere Frage, ob der Wal dies überlebe. Denn das Hauptproblem des Netzrestes in seinem Maul bleibe bestehen.

Wenn man den Wal nun transportiert, müsse man sich auch Gedanken machen, wie man ihn von den Netzresten im Maul befreie. Dazu müsse man ihn zunächst dazu bringen können, sein Maul zu öffnen, sagt Culik, der sich vor einigen Jahren mit einer Firma selbstständig gemacht und akustische Warngeräte zum Schutz von Schweinswalen entwickelt hat. «Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen? Dann ist es letztlich der Abtransport eines sterbenden Tieres in andere Gewässer.»

Culik: Private Rettungsaktion ist «Glücksfall»

Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern hatten am Vortag eine private Rettungsmission genehmigt. Danach soll versucht werden, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll zuvor Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und in die Nordsee beziehungsweise in den Atlantik transportiert werden. Ein Schlepper soll die Pontons ziehen.

«Für die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern ist das ja ein Glücksfall, dass jetzt ein privater Investor kommt und denen den Wal wegtransportiert», sagt Culik. Die Landesregierung sei für alles innerhalb der 12-Meilen-Zone zuständig. «Wenn der jetzt da gestorben wäre, hätten Sie ihn entsorgen müssen. Das wäre dann zulasten der Landeskasse gegangen.» Herr Backhaus entledige sich damit zudem des Problems, dass er persönlich verantwortlich gemacht werde, wenn der Wal in Mecklenburg-Vorpommern stirbt.

© dpa-infocom, dpa:260416-930-953204/1

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