Barmer: Zu wenig Grippeimpfungen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein wird die Grippeschutzimpfung nach Zahlen der Barmer nicht ausreichend genutzt. (Symbolbild)  Julian Stratenschulte/dpa
In Schleswig-Holstein wird die Grippeschutzimpfung nach Zahlen der Barmer nicht ausreichend genutzt. (Symbolbild) Julian Stratenschulte/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Weniger Menschen lassen sich in Schleswig-Holstein gegen Grippe impfen. 2023 waren es nur 46,9 Prozent der über 60-Jährigen, wie die Krankenkasse Barmer unter Bezug auf ihren Arzneimittelreport mitteilte. Das seien weniger Frauen und Männer gewesen als 2020 bis 2022. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 75 Prozent für diese Gruppe wurde damit weit verfehlt. 

Besonders niedrig war die Quote bei den 60- bis 64‑Jährigen mit nur 28,3 Prozent. Auch in den besonders gefährdeten Gruppen wie Pflegebedürftige und Herzinfarktpatienten ließ sich nicht einmal jeder Zweite gegen Grippe impfen. Die seit 2022 mögliche Impfung in Apotheken spielt den Angaben zufolge kaum eine Rolle: Nur 0,5 Prozent der Grippeschutz-Impfungen fanden dort statt.

Impfung erhöht Überlebenschancen bei Herzpatienten

«Eine Grippeimpfung kann Leben retten», betonte die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein, Anneke Riehl. Bei Herzpatienten verbessere die Impfung nachweislich die Überlebenschancen. «Dennoch werden wichtige Empfehlungen oft ignoriert.» Internationale Fachgesellschaften empfehlen nach Riehls Angaben die Grippeimpfung inzwischen ausdrücklich als festen Bestandteil der Vorsorge für Herzpatienten. «Hausärztinnen und Hausärzte haben eine besondere Verantwortung, darüber aufzuklären.»

In stationären Pflegeeinrichtungen waren laut der Barmer-Statistik bundesweit zuletzt 48,9 Prozent der Bewohner über 60 Jahren geimpft, bei häuslich Pflegebedürftigen 45,6 Prozent. Erstaunlich sei, dass Pflegebedürftige ab 70 Jahren seltener geimpft wurden als gleichaltrige Nicht-Pflegebedürftige. «Gerade bei Pflegebedürftigen müssen wir besser werden, um sie vor vermeidbaren Risiken zu schützen», unterstrich Riehl.

© dpa-infocom, dpa:260218-930-703335/1

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