Pendler in Hamburg stehen am Mittwoch vor großen Problemen

Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem 24-stündigen Warnstreik bei dem Verkehrsdienstleister vhh.mobility und bei der Hamburger U-Bahn aufgerufen. Christian Charisius/dpa
Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem 24-stündigen Warnstreik bei dem Verkehrsdienstleister vhh.mobility und bei der Hamburger U-Bahn aufgerufen. Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Im Hamburger Berufs- und Schülerverkehr wird es am Mittwoch eng. Wegen eines Warnstreiks bei der Hochbahn fahren voraussichtlich 24 Stunden keine U-Bahnen. Unter anderem Anzeigetafeln in U-Bahnhöfen informierten am frühen Morgen Fahrgäste über die ausfallenden Bahnen. 

Ebenfalls betroffen seien die Hochbahn-Buslinien südlich der Elbe, teilte Verdi mit. Beginnen sollte der Ausstand um 3.00 Uhr nachts. Bereits Anfang des Monats standen in der Hansestadt alle U-Bahnen einen Tag lang still.

35 Buslinien werden nicht bedient

Nach Angaben der Hochbahn fahren am Mittwoch 35 Buslinien gar nicht, bei weiteren drei sei ein eingeschränkter Betrieb geplant. Auch werde geprüft, ob am Streiktag die Aufnahme eines stark eingeschränkten Grundangebots bei Bussen und den U-Bahn-Linien 1, 2, 3, und 4 ermöglicht werden könne. Die Hochbahn appellierte an Fahrgäste, möglichst auf S-Bahnen ausweichen, da 
diese – ebenso wie die Hadag-Fähren – nicht vom Streik betroffen seien. 

Hamburgs rund 270.000 Schülerinnen und Schüler müssen trotz des Warnstreiks in die Schule kommen. «Auch diesmal bleibt die Präsenzpflicht bestehen», sagte eine Sprecherin der Schulbehörde der Deutschen Presse-Agentur. Wie immer gelte, «dass Eltern ihr Kind vom Schulbesuch dann abmelden können, wenn der Schulweg ihres Kindes objektiv unzumutbar oder die Schule de facto nicht erreichbar ist». Für Schülerinnen und Schüler der Sonderschulen habe die Bildungsbehörde ein eigenständiges Schulbussystem.

Deutlich kürzere Vorwarnzeit als beim ersten Warnstreik

Anders als beim ersten 24-stündigen Warnstreik Anfang des Monats ist die Vorwarnzeit für vom Streik betroffene Menschen diesmal deutlich kürzer ausgefallen. Statt ein ganzes Wochenende ließ die Gewerkschaft Verdi von der Ankündigung bis zum Warnstreik nur gut 15 Stunden verstreichen.

Neben den U-Bahnen und den Hochbahn-Bussen seien auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betroffen. Bestreikt werden sollen die Betriebshöfe Bergedorf, Rahlstedt, Glinde, Billbrook, Geesthacht und Lauenburg. Fahrgäste müssen sich deshalb auf Einschränkungen vor allem im Hamburger Osten sowie in den Kreisen Lauenburg und Stormarn einstellen.

Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Lohn

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen bei der Hochbahn unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende. Bei den VHH-Beschäftigten geht es um einen neuen Manteltarifvertrag.

Bereits am Dienstag hatte ein neuerlicher Warnstreik im Hamburger Nahverkehr Fahrgästen viel Geduld abverlangt. So fuhren zahlreiche Hochbahn-Busse nicht oder nur eingeschränkt, wie die Hochbahn mitteilte. Für die wichtigsten Linien – etwa die 4 und die 5 – sei ein Notbetrieb im 15- bis 30-Minuten-Takt eingerichtet worden.

© dpa-infocom, dpa:260218-930-701399/2

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