Kämpfer will SPD als Alternative zu Günther aufstellen

Die Sozialdemokraten müssten Antworten auf Alltagsprobleme der Menschen haben, sagt Kämpfer. (Archivbild) Frank Molter/dpa
Die Sozialdemokraten müssten Antworten auf Alltagsprobleme der Menschen haben, sagt Kämpfer. (Archivbild) Frank Molter/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Der SPD-Landtagswahl-Spitzenkandidat Ulf Kämpfer will seine Partei mit Lösungen für die Alltagsprobleme der Menschen zum Sieg bei der Schleswig-Holstein-Wahl im kommenden Jahr führen. Ob der Bus rechtzeitig komme, die Kita öffne oder die Miete bezahlbar sei, all das sei für die Bürger relevant. «In einer Welt des Wandels und der Verunsicherung muss die SPD die Partei sein, die den Leuten Sicherheit und eine bezahlbaren, funktionierenden Alltag bietet», erklärte der 53-jährige Kämpfer. 

Der noch bis April amtierende Kieler Oberbürgermeister tritt 2027 als Spitzenkandidat der SPD bei der Landtagswahl an.

Er wolle Alternativen zur Regierung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) entwickeln, sagte Kämpfer. «Ich bin ein Sozialdemokrat, der Politik machen will – Daniel Günther ist ein Konservativer, der vor allem beliebt sein möchte», sagte der designierte SPD-Landesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur. Es sei dem Regierungschef nicht vorzuwerfen, dass er nicht über seine Misserfolge rede – aber die Sozialdemokraten müssten es tun. 

Bei einem außerordentlichen Parteitag der Sozialdemokraten am Samstag bewirbt sich Kämpfer für den Posten als SPD-Landesvorsitzender. «Ich will Ministerpräsident werden», sagte Kämpfer. «Das ist mein Ziel. Am besten an der Spitze einer erneuerten Küstenkoalition mit Grünen und SSW.» 

Kämpfer will auf «Augenhöhe mit der CDU» antreten

Dazu müsse die SPD deutlich stärker werden. «Wir wollen zunächst auf Augenhöhe mit der CDU und in ein echtes Duell „Kämpfer gegen Günther“ kommen», betonte der Spitzenkandidat. Im nächsten Schritt müssten Grüne und SSW überzeugt werden, dass sich mit der SPD als Partnerin mehr für das Land erreichen lasse.

Sollte das nicht funktionieren, gebe es noch andere Optionen. «Darüber verschwende ich jetzt aber keinen Gedanken», fügte er hinzu. Besonders wichtig sei ihm, die demokratische Mitte zu stärken. 

«Die AfD möglichst kleinhalten, von der Regierung fernhalten – und dann sehen wir weiter», betonte der Spitzenkandidat. Er wäre stolz, wenn Schleswig-Holstein das einzige Bundesland ohne AfD im Landtag bliebe, sagte er. 

Kämpfer: Es gibt zahlreiche Herausforderungen

«Politik muss sich immer daran messen lassen, was sie tatsächlich umsetzt und wie sie das Leben der Menschen besser macht», erklärte Kämpfer. Zwar brauche es dafür Parteitagsbeschlüsse und Gremien – aber am Ende gehe es darum, etwas zu bewirken. «Und deswegen ist es für uns auch so wichtig, jetzt nach neun Jahren Opposition wieder eine Machtperspektive für die SPD auf Landesebene zu erreichen», betonte er.

Von der Rente bis zum Umgang mit US-Präsident Donald Trump gebe es zahlreiche Herausforderungen, die anzupacken seien. Das gelte auch für die Landespolitik. «Ich möchte, dass wir als Partei nicht nur auf uns selbst gucken, sondern sehr offen mit der Gesellschaft und den Menschen sprechen, deren Interessen wir vertreten», sagte der Sozialdemokrat. 

Midyatli will Vorsitz weiterreichen

Im November hatte die langjährige SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli ihren Rücktritt angekündigt, nachdem sie die Wahl zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2027 deutlich gegen Kämpfer verloren hatte. Beim Mitgliederentscheid erhielt der Kieler knapp 80 Prozent der Stimmen.

Midyatli kündigte damals an, den Vorsitz auf dem Parteitag an Kämpfer weiterreichen zu wollen. Bis Ende der Legislaturperiode ist sie zudem noch Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag des nördlichsten Bundeslandes. Midyatli ist seit 2019 Landesvorsitzende der Sozialdemokraten im Norden und zudem SPD-Bundesvize. Welche Rolle sie künftig in der Nord-SPD spielen könnte, dazu wollte sich Spitzenkandidat Kämpfer nicht äußern.

© dpa-infocom, dpa:260213-930-680769/1

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