Hannover (dpa/lno) –
In dieser Form ist Holstein Kiel auch in der 2. Fußball-Bundesliga ein Abstiegskandidat. In einem sehr einseitigen Nordduell verlor der Erstliga-Absteiger mit 1:3 bei Hannover 96 und hat nun auch eine Etage tiefer nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.
«So wie wir heute gespielt haben: Das sind nicht wir, das ist nicht Holstein Kiel. So wollen wir uns nicht präsentieren», sagte Jonas Meffert, der erst in der Winterpause vom Hamburger SV zu den «Störchen» zurückgekehrt ist.
Vor 32.400 Zuschauern nutzten Benjamin Källman (5.), Noel Aseko (21.) und Stefan Teitur Thordarson (78.) nur drei von vielen Chancen für Hannover. Kiel war lange Zeit völlig überfordert und kam durch Phil Harres in der 68. Minute trotzdem noch einmal heran. Es half aber nichts.
Die Bilanz einer enttäuschenden Woche aus Holstein-Sicht ist: eine Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Fürth, das Pokal-Aus gegen den VfB Stuttgart und nun die dritte Niederlage nach einem in Teilen besorgniserregenden Auftritt. «Wir haben uns alle nicht gewehrt. Das war einfach zu wenig heute», sagte Meffert.
VAR überprüft mögliche Rote Karte für Hannover
Nach der frühen Führung drückte nichts Hannovers Dauerdruck in der ersten Halbzeit besser aus als das Tor zum 2:0. Erst traf Källman den Pfosten, dann wurde auch der erste Nachschuss von Aseko noch auf der Linie geklärt. Erst im dritten Versuch landete der Ball doch noch im Tor.
Kiel lief zunächst nur hinterher und hätte allein in der ersten halben Stunde vier oder fünf Gegentore kassieren können. In der 34. Minute aber forderten die Gäste eine Rote Karte für Hannover, nachdem Adam Kapralik nach einem Zweikampf mit Boris Tomiak zu Fall gekommen war. Schiedsrichter und auch Videoassistent sahen aber kein Foul des 96-Verteidigers. Wenig später scheiterte Harres aus nur fünf Metern an Hannovers Torwart Nahuel Noll (45.+4).
Nach der Pause verlor das Spiel etwas an Tempo. Hannover überrannte Kiel nun nicht mehr so, hatte aber weiter alles im Griff. Auch nach dem überraschenden Anschlusstreffer waren die 96er weiteren Toren deutlich näher als die Kieler dem 2:2.
«Wir haben gegen einen sehr guten Gegner gespielt, der sehr ballsicher ist und sehr viel Selbstvertrauen hat», sagte Holstein-Trainer Marcel Rapp. «Wir wussten, was auf uns zukommt. Aber wir konnten uns nicht dagegen wehren.»
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