Hamburg (dpa/lno) –
Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft will alle U-Untersuchungen für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr künftig zur Pflicht machen. Das sieht ein Antrag vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Derzeit wird in Hamburg nur zu den U6- und U7-Untersuchungen verbindlich eingeladen. Der CDU-Antrag fordert den Senat auf, «eine landesgesetzliche Regelung zu erarbeiten, mit der die verpflichtende Teilnahme an allen kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 für in Hamburg lebende Kinder eingeführt wird».
In anderen Bundesländer bereits funktionierende Praxis
Die U‑Untersuchungen seien eines der wirksamsten Instrumente, «um Kinder frühzeitig zu schützen und gesundheitliche Risiken rechtzeitig zu erkennen», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Christin Christ. «Andere Bundesländer zeigen seit Jahren, wie gut verpflichtende Vorsorge funktioniert.»
Hamburg bleibe dagegen hinter seinen Möglichkeiten zurück, «weil der rot-grüne Senat keine verbindliche Regelung geschaffen hat», sagte sie.
Kinder unabhängig von Herkunft und Lebenssituation erreichen
Die CDU wolle, dass jedes Kind erreicht werde, unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation. «Deshalb fordern wir eine gesetzliche Teilnahmeverpflichtung, ein verlässliches Einladungs- und Nachverfolgungssystem und eine stärkere Einbindung der Gesundheitsämter», sagte Christ. Kinderschutz dürfe nicht vom Zufall abhängen, sondern brauche klare Regeln und eine konsequente Umsetzung. «Und das braucht es nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich.»
Auch SPD und Grüne hielten in ihrem Koalitionsvertrag fest, eine Ausweitung der Verbindlichkeit auf weitere U-Untersuchungen prüfen zu wollen. Die Behörde verweise dabei aber nur auf künftige Schritte, sobald die Digitalisierung weiter vorangekommen sei, sagte Christ. «Aber Kinder können nicht warten. Hamburg muss jetzt handeln.»
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