Kiel (dpa/lno) –
Kurz nach dem 30. Jahrestag des Brandanschlags in der Lübecker Hafenstraße hat die schleswig-holsteinische Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU) zu Wachsamkeit gegenüber Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Hass gemahnt.
Der 18. Januar 1996 sei ein Tag, der tiefe Spuren im Gedächtnis unseres Landes hinterlassen habe, sagte Herbst zu Beginn der Landtagssitzung. Zehn Menschen hätten «bei einem heimtückischen Brandanschlag» in der Lübecker Hafenstraße ihr Leben verloren, viele weitere Bewohner des Hauses seien verletzt worden.
Opfer waren Schutz suchende Menschen
Die Opfer waren Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder. Menschen, die in Schleswig-Holstein Schutz gesucht hätten, die darauf gehofft hätten, hier in Frieden leben zu können.
«Der 18. Januar 1996 steht bis heute für unermessliches Leid, für Trauer, für Schmerz und für Fragen, die viele Angehörige und Überlebende bis heute begleiten», so die Landtagspräsidentin. «Es ist noch immer eine offene Wunde, dass Täter nicht ermittelt und nicht verurteilt worden sind.»
Mahnung für Gegenwart und Zukunft
Der Brandanschlag von Lübeck mahne auch eindringlich für die Gegenwart und Zukunft. «Er mahnt uns, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern jeden Tag verteidigt werden müssen in Worten und in Taten, durch jede und jeden einzelnen von uns.»
Was vor 30 Jahren in Lübeck geschah, könne wieder geschehen. «Der Hass gegenüber Menschen anderer Herkunft, gegenüber Geflüchteten, ist nicht aus unserer Gesellschaft verschwunden.» Er sei sogar noch lauter, noch unverschämter geworden in einer Welt, in der soziale Netzwerke Hass und Gewalt noch beförderten und sich menschenverachtende Ideen noch leichter und noch schneller verbreiten könnten.
Landtag setzt klares Zeichen gegen Ausgrenzung
«Wenn wir heute hier im Schleswig-Holsteinischen Landtag gemeinsam innehalten, dann tun wir das auch, um ein klares Zeichen zu setzen», sagte Herbst. «Hass, Gewalt und Ausgrenzung haben in unserem Land keinen Platz. Die Würde des Menschen jedes Menschen ist unantastbar, ohne Einschränkung, ohne Relativierung.»
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