Hamburger Feuerwehr übt Rettung auf dem Eis

Die Hamburger Feuerwehr übt auf dem zugefrorenen Öjendorfer See die Rettung eines ins Eis eingebrochenen Menschen. Christian Charisius/dpa
Die Hamburger Feuerwehr übt auf dem zugefrorenen Öjendorfer See die Rettung eines ins Eis eingebrochenen Menschen. Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Auf dem zugefrorenen Öjendorfer See hat die Hamburger Feuerwehr die Eisrettung geprobt. Die Eisschicht war allerdings nicht so dünn und brüchig wie angenommen. Feuerwehrmann Jannis Greve, der einen ins Eis eingebrochenen Menschen spielen sollte, versuchte vergeblich, mit Sprüngen die gefrorene Wasseroberfläche zum Bersten zu bringen. Dann schlugen die Feuerwehrmänner ein Loch in das circa acht Zentimeter dicke Eis. Mit einem Trockenanzug bekleidet sprang Greve ins kalte Wasser. 

Seine Kameraden «retteten» ihn auf verschiedene Weise, einmal mit Hilfe von zwei aufs Eis gelegten Leitern und einem Rettungsboard. Ein anderes Mal kroch ein Feuerwehrmann auf allen Vieren zu ihm und zog ihn ohne Hilfsmittel aus dem Wasser. Nach einer längeren Frostperiode liegen die Temperaturen in Hamburg seit Anfang der Woche wieder über dem Gefrierpunkt.

Eisflächen nicht betreten

Feuerwehrsprecher Patrick Schrenk empfahl den Hamburgern, Eisflächen bei den gegenwärtigen Temperaturen gar nicht zu betreten. Gerade die Alster sei erst dann sicher zu begehen, wenn sich eine 15 Zentimeter dicke Eisschicht gebildet habe. Dann geben auch die Behörden die Eisfläche frei. 

Wer vorher auf das Eis gehe, sollte dunkle Flecken meiden. Diese weisen nach Angaben des Sprechers auf dünneres Eis hin. Geräusche, Risse oder gar auf das Eis geschwapptes Wasser seien Alarmzeichen. Gefährlicher sei es meist auch im Uferbereich. In kritischen Situationen sollte man sein Körpergewicht verteilen, indem man sich auf das Eis lege. 

Wer einbricht, hat nur wenig Zeit

Wer doch einbreche, habe nur ganz kurz Zeit, sich nach dem Schockmoment aus dem Wasser zu ziehen. Die Muskelkraft lasse wegen der Kälte nach etwa einer Minute nach. Wenn die Eiskanten beim Versuch, sich an ihnen rauszuziehen abbrechen, sollte man versuchen, das Eis mit dem Ellbogen oder der Faust zu zerschlagen und sich ans Ufer vorzuarbeiten. 

Doch selbst der «eingebrochene» Feuerwehrmann bekannte: «Ich wäre da mit eigenen Kräften nicht wieder rausgekommen.» Wenn die Eiskanten rutschig seien, könne man schnell in Panik geraten, sagte Greve. Er habe aber seinen Kollegen vertraut und die Übung habe ihm Spaß gemacht. 

Notruf absetzen

Wer einen eingebrochenen Menschen sehe, sollte zuerst über den Notruf 112 die Feuerwehr rufen, sagte Schrenk. Dann sollte man schauen, ob sich im Uferbereich irgendwelche Materialien finden, die bei einem Rettungsversuch helfen könnten, etwa ein Zaunelement, eine Leiter, ein Ast oder ein Seil. Jeder müsse dann selbst entscheiden, ob er einen Rettungsversuch wage. 

Im März 2018 hatte die Hamburger Feuerwehr einen Mann gerettet, der auf der vereisten Alster rund 30 Meter vom Ufer entfernt eingebrochen war. Nach damaligen Angaben der Feuerwehr konnten Rettungskräfte, die mit einem Schlauchboot über das Eis zur Unglücksstelle gelangten, den unter der Eisdecke liegenden Mann aus dem Wasser und aufs Boot ziehen. Er wurde reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht.

© dpa-infocom, dpa:260114-930-543744/1

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