Kiel (dpa/lno) –
Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Bundesländer haben Beschäftigte an Hochschulen und Unikliniken in Schleswig-Holstein gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi rief zu den Warnstreiks auf. Laut einem Verdi-Sprecher versammelten sich 300 bis 400 Streikende zu einer Kundgebung an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Die Polizei der Landeshauptstadt schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 300.
Die Demonstration fand zugleich im Rahmen des Hochschulaktionstages statt, zu dem neben Verdi auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen hatte.«Mit dem Aktionstag in der Tarifrunde will die GEW auf die berechtigten Forderungen der Beschäftigten an den Hochschulen aufmerksam machen», sagte die Co-Landesvorsitzende der Gewerkschaft Franziska Hense im Vorfeld.
Die Hochschulen gehörten zu den größten Arbeitgebern im nördlichsten Bundesland. Hense betonte: «Bei den Arbeitsbedingungen stehen sie aber eher hinten.» Trotz der oft unsicheren Jobsituation durch Befristungen trügen die Beschäftigten unverzichtbar zur Bildung im Land bei. Gleichzeitig wird nicht nur an den Universitäten gestreikt:
Verdi-Sprecher: Betrieb beim UKSH ist eingeschränkt
«Heute sind die Hochschulen im Land unterschiedlich stark betroffen und vor allen Dingen sind die Universitätskliniken in Kiel und Lübeck, also das UKSH betroffen», sagte der Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Vor allem bei den Kliniken seien die Mitarbeitenden «auf Zinne», wie sie im Tarifkonflikt behandelt würden.
Wegen des Streiks blieben zahlreiche OP-Säle geschlossen und die Radiologie arbeite nur eingeschränkt. «Das sind volle Wirkungstreffen, das kostet das Land richtig viel Geld», betonte der Verdi-Sprecher. Eine Notversorgung sei jedoch gesichert – dafür sorgten Notdienstvereinbarungen mit dem Universitätsklinikum.
Der Routinebetrieb bleibe allerdings gestört. «Und das wird sicherlich auch so weitergehen, wenn nicht endlich Signale von den Arbeitgebern kommen, dass hier was passiert», hieß es.
Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr
Verdi und der Beamtenbund dbb fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Insgesamt geht es um rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Direkt verhandelt wird laut Verdi für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder außer für Hessen, das eigenständig verhandelt. Das Tarifergebnis soll später auf die Landes-Beamtinnen und -Beamten und Versorgungsempfänger übertragen werden, so dass auch diese rund 1,3 Millionen Menschen betroffen sind.
Die dritte Verhandlungsrunde geht vom 11. bis zum 13. Februar. Bis zum Start der Runde könne es allerdings noch zu weiteren Streiks kommen. Der Verdi-Sprecher kündigte an: «In der nächsten Woche wird das in vielen Bereiche in im Land weitergehen.» Die Arbeitgeber forderte er auf, «aus dem Knick» zu kommen, damit in der nächsten Runde ein Tarifabschluss gelingt.
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