Protest in Hamburg und Kiel nach Urteil gegen Maja T.

Demo in Leipzig. Auch in Hamburg haben sich zahlreiche Menschen zu einer Solidaritätsbekundung versammelt. Sebastian Willnow/dpa
Demo in Leipzig. Auch in Hamburg haben sich zahlreiche Menschen zu einer Solidaritätsbekundung versammelt. Sebastian Willnow/dpa

Hamburg/Kiel (dpa/lno) –

Aus Protest gegen das Urteil gegen die non-binäre Person Maja T. in Ungarn hat es in Hamburg und Kiel Demonstrationen gegeben. In Hamburg beteiligten sich rund 270 Menschen an einem Aufzug, wie die Polizei mitteilte. Die Demonstration führte vom Neuen Pferdemarkt bis zum U-Bahnhof Sternschanze. Sie verlief friedlich und wurde am Abend beendet.

Auch in Kiel gingen Menschen auf die Straße. Dort nahmen nach Polizeiangaben etwa 80 Teilnehmer an einer Kundgebung teil. Auch diese Demonstration verlief störungsfrei.

Acht Jahre Haft

Die Proteste richteten sich gegen das erstinstanzliche Urteil eines Budapester Gerichts, das Maja T. am Mittwoch zu acht Jahren Haft verurteilt hatte. Der Richter sah es als erwiesen an, dass die 25-jährige Person aus der linken Szene in Deutschland an blutigen Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest beteiligt war. Rund 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremisten sollen dabei neun Menschen verletzt haben, vier von ihnen schwer.

Kritiker werfen Ungarns Justiz politische Einflussnahme vor. Zuvor hatte auch das Bundesverfassungsgericht die Auslieferung von Maja T. nach Ungarn als rechtswidrig eingestuft. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte eine harte Bestrafung gefordert. Politiker der Linken, der Grünen und der SPD fordern die Rücküberstellung von Maja T. nach Deutschland.

© dpa-infocom, dpa:260204-930-643426/1

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