Polizistin geküsst – Schützen müssen Geldstrafe zahlen

In letzter Sekunde akzeptieren zwei Schützen die Strafbefehle – nachdem sie eine Polizistin gegen ihren Willen beim Schützenfest in Hannover geküsst haben.  Julian Stratenschulte/dpa
In letzter Sekunde akzeptieren zwei Schützen die Strafbefehle – nachdem sie eine Polizistin gegen ihren Willen beim Schützenfest in Hannover geküsst haben. Julian Stratenschulte/dpa

Hannover (dpa/lni) –

Beim Schützenfest in Hannover küssen zwei Männer eine Polizistin gegen deren Willen – jetzt haben sie in letzter Sekunde einen Prozess verhindert. Die Verteidigung der Schützenbrüder im Alter von 34 und 44 Jahren hat nach Angaben des Richters den Einspruch gegen zwei Strafbefehle zurückgezogen. Nun müssen die beiden Männer jeweils 2.100 Euro bezahlen. 

Erst kurz vor Beginn des Prozesses habe er davon erfahren, dass der Einspruch zurückgezogen werde, sagte Richter Olaf Wöltje. Damit entfalle die Hauptverhandlung. 

Vorgeworfen wurde den Männern sexuelle Belästigung, weil sie die Beamtin beim Schützenausmarsch im vergangenen Juli nach Gerichtsangaben am Oberarm festgehalten hatten, dann «alter Brauch, gute Sitten» sagten und sie ohne ihr Einverständnis auf die Wangen küssten – nahe der Mundwinkel. Die Kommissarin fühlte sich den Angaben zufolge «emotional überrumpelt».

14 Zeugen waren geladen

In dem Verfahren waren 14 Zeugen geladen. Laut Gericht kann sexuelle Belästigung eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen – in besonders schweren Fällen liegt die Strafe bei drei Monaten bis zu fünf Jahren.

Das Schützenfest in Hannover wirbt damit, das größte der Welt zu sein. Beim traditionellen Ausmarsch der Schützenvereine versammelten sich im vergangenen Jahr etwa 180.000 Schaulustige. Rund 800.000 Besucher kamen zum Schützenfest – etwa 150.000 mehr als ein Jahr zuvor.

© dpa-infocom, dpa:260129-930-613024/1

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