Verden/Ritterhude (dpa/lni) –
Erst vermittelt er einen Job, dann soll er zugestochen haben: Ein Mann steht wegen Mordes vor dem Landgericht Verden. Der Pole soll den 32-Jährigen ermordet haben, weil er sonntags nicht arbeiten wollte und oft betrunken war.
Zu Prozessbeginn wurde die Anklage verlesen. Ob sich der 38-Jährige zu den Vorwürfen äußert, ist nach Angaben seines Anwalts noch unklar.
Was den Angeklagten zur Tat getrieben haben soll
Laut Staatsanwaltschaft lebten die Männer zur Untermiete in einer gemeinsamen Wohnung in Ritterhude (Landkreis Osterholz). Der Angeklagte soll seinen Lebensunterhalt damit verdient haben, anderen Arbeit zu vermitteln. So soll er auch dem späteren Opfer einen Job verschafft haben. Doch der 32-Jährige sei oft betrunken gewesen und habe sich geweigert, sonntags zu arbeiten.
Der Angeklagte «ärgerte sich zunehmend», sagte die Staatsanwältin. Seine Wut ging so weit, dass er einen Mord geplant haben soll. Laut Anklage soll er bewusst einen Moment abgepasst haben, als der 32-Jährige wieder stark betrunken war.
Am 9. oder 10. November 2025 – genauer lässt sich der Zeitpunkt nicht rekonstruieren – soll der Pole zu einem Arbeitsmesser gegriffen haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der 32-Jährige zu dem Zeitpunkt auf einem Sofa schlief.
Der Angeklagte soll durch die Kleidung acht bis neun Zentimeter tief zugestochen haben. Das Opfer sei binnen weniger Sekunden handlungsunfähig gewesen und habe sich nicht wehren können. Um sicherzugehen, dass der Mann wirklich tot ist, soll der 38-Jährige erneut zugestochen haben.
Wie die Leiche entdeckt wurde
Laut Anklage starb das Opfer an einer Verletzung des Herzbeutels. Der Angeklagte soll die Leiche in eine Decke mit Panzertape eingewickelt haben, um sie später zu vergraben. Laut Staatsanwaltschaft könnte er dabei Hilfe von einem Komplizen bekommen haben, gegen den ebenfalls ermittelt wird.
Doch so weit kam es nicht: Nach früheren Angaben der Polizei wunderte sich eine Nachbarin, dass in der Wohnung nebenan längere Zeit Licht brannte und entdeckte den Toten.
Ermittler nahmen den mutmaßlichen Täter wenig später fest, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Das Gericht plant sieben weitere Verhandlungstermine. Ein Urteil könnte Ende Juni verkündet werden.
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