Abstiegskandidat St. Pauli düpiert schwächelnde Stuttgarter

Erlösend: St. Paulis Spieler feiern das 2:0 gegen den VfB. Christian Charisius/dpa
Erlösend: St. Paulis Spieler feiern das 2:0 gegen den VfB. Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa) –

Der VfB Stuttgart hat beim abstiegsbedrohten und personell geschwächten FC St. Pauli einen herben Rückschlag erlitten. Drei Tage nach dem Halbfinaleinzug im DFB-Pokal schwächelte der Champions-League-Kandidat und unterlag bei den Hamburgern in der Fußball-Bundesliga verdient mit 1:2 (0:1).

Es war die erste Liga-Niederlage der Schwaben seit zwei Monaten. Der zuvor in vier Pflichtspielen infolge siegreiche VfB wirkte vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion durch die Doppelbelastungen der vergangenen Wochen etwas müde.

Die Hamburger feierten dagegen dank der Treffer von Manolis Saliakas (35. Minute) und Danel Sinani per Strafstoß (55.) wichtigen Erfolg im Tabellenkeller und verkürzten den Abstand auf den Abstiegsrelegationsrang auf zwei Punkte. Für die Norddeutschen war es der erste Sieg seit Mitte Dezember. Der eingewechselte Jamie Leweling (90.) verkürzte noch spät für den VfB.

VfB nur mit zwei Änderungen

Die personell angeschlagenen Hanseaten begannen ohne die Leistungsträger Hauke Wahl und Eric Smith in der Defensive und ohne den längerfristig fehlenden Angreifer Ricky-Jade Jones, den eine Sprunggelenkverletzung plagt. 

Nach dem 3:0 im Pokal-Viertelfinale am Mittwoch in Kiel setzte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nicht wie so oft in dieser Saison auf Rotation, sondern nahm etwas überraschend nur zwei Änderungen vor. Jeff Chabot und Leweling blieben draußen, Finn Jeltsch und Ermedin Demirovic spielten von Beginn an. 

St. Pauli geht in Führung

Stuttgart besaß oft den Ball, den Gastgebern unterliefen einige Ungenauigkeiten. Nach zwölf Minuten tauchte aus spitzem Winkel Chris Führich vor Torwart Nikola Vasilj auf, doch der Schlussmann parierte. 

Doch der Kiez-Club wehrte sich nach Kräften, kam zu guten Umschaltaktionen und wurde immer besser. Plötzlich führte das Team von Trainer Alexander Blessin. Sinani ließ den Ball clever durch die Beine auf den Griechen Saliakas passieren, der nahe der Strafraumkante abschloss und den Ball im links im Tor zur Führung platzierte.

VfB ohne Torgefahr

In der zweiten Hälfte blieb das Spiel ausgeglichen, die Hamburger sorgten aber für deutlich mehr Torgefahr. 

Nach knapp 50 Minuten unterlief dem zuvor starken Führich ein Missgeschick, als der Ball dem Flügelspieler im eigenen Strafraum ohne Zutun eines Gegners an die Hand prallte. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied nach Eingriff des Videoschiedsrichters auf Elfmeter, den Sinani verwandelte.

Danach wurden die Stuttgarter bis auf einen Heber von Deniz Undav (59.) kaum noch gefährlich, Leweling traf zu spät. So belohnte sich St. Pauli nach dem Pokal-Aus in Leverkusen im Vergleich zu vielen Partien in dieser Saison wieder einmal mit drei Punkten für ein gutes Spiel.

© dpa-infocom, dpa:260207-930-656331/2

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