Erste Einigung von Kiel und Bund über Holtenau

Kiel, vertreten durch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, wird ein ehemaliges Bundeswehrgelände an das Militär zurückgeben. (Archivbild) Markus Scholz/dpa
Kiel, vertreten durch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, wird ein ehemaliges Bundeswehrgelände an das Militär zurückgeben. (Archivbild) Markus Scholz/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Die Stadt Kiel und der Bund haben sich im Grundsatz über die Rückgabe von Teilen des ehemaligen Geländes der Marineflieger in Holtenau an die Bundeswehr geeinigt. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, unterzeichnete einen entsprechenden Letter of Intent.

Die veränderte sicherheitspolitische Lage erfordere den Aufwuchs der Bundeswehr, teilte Kämpfer mit. «Die Stadt erkennt an, dass die Marine dafür Flächen an der Kieler Förde benötigt – auch wenn der Verkauf erheblicher Teile von Holtenau Ost und bislang öffentlicher Flächen an der Wik nicht leichtfällt», so der Oberbürgermeister.

Zustimmung der Kieler Ratsversammlung ist notwendig

Die Vereinbarung, die rechtlich noch nicht bindend ist, sieht vor, dass ein Drittel von Holtenau Ost im städtischen Eigentum bleibt. Die Fläche bietet den Angaben zufolge Platz für 700 Wohnungen, Wasserzugang und öffentliche Grünflächen. Mit weiteren vom Bund zur Verfügung gestellten Alternativflächen gebe es Perspektiven für 2.275 Wohnungen. Das übertreffe die ursprünglich für Holtenau Ost vorgesehene Zahl, betonte Kämpfer. Ein öffentlicher Weg von Holtenau nach Friedrichsort für Fußgänger und Fahrradfahrer sei gewährleistet.

Eine Beschlussfassung in der Kieler Ratsversammlung ist für Juni geplant. Über einen Kaufpreis gab es zunächst keine Angaben. In Arbeitsgruppen solle nun Flächenzuschnitte, Zeitplanung und Kompensationen abgestimmt werden.

Marine sieht Holtenau als zentralen Baustein

Kaack betonte, der Ausbau der Marine diene der Sicherheit des Landes und der Partner. «Er ist kein Selbstzweck, sondern die notwendige Antwort auf die veränderte Bedrohungslage.» Gerade der Standort Kiel-Holtenau sei ein zentraler Baustein dafür. «Und ich bin froh, dass mit der Stadt Kiel eine für alle Seiten annehmbare Absichtserklärung bezüglich des MFG-5-Geländes getroffen werden konnte.» 

Auf dem vor mehr als zehn Jahren frei gewordenen Gelände wollte die Stadt eigentlich mehr als 2.000 Wohnungen bauen und einen neuen Stadtteil entwickeln.

© dpa-infocom, dpa:260415-930-949702/1

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