Psychotherapeuten demonstrieren gegen Honorarkürzungen

Psychotherapeuten kritisieren Honorarkürzungen lautstark. Christian Charisius/dpa
Psychotherapeuten kritisieren Honorarkürzungen lautstark. Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Hunderte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind in Hamburg gegen Honorarkürzungen auf die Straße gegangen. Hintergrund ist eine Honorarabsenkung zum 1. April um 4,5 Prozent, die der sogenannte Erweiterte Bewertungsausschuss beschlossen hatte. Auf Schildern waren Sprüche zu lesen wie «Seelische Gesundheit ist kein Sparprojekt» oder «Psychotherapie rettet Leben». «Krieg und Krisen wie noch nie, unsere Welt braucht Therapie», riefen die Demonstranten auf dem Rathausmarkt. Laut Polizei nahmen 400 Menschen an der Versammlung teil. Bundesweit gab es Aktionen in zahlreichen Städten.

Das Aktionsbündnis Psychotherapie fordert, dass die Kürzungen zur psychotherapeutischen Vergütung zurückgenommen werden. Dem Erweiterten Bewertungsausschuss gehören Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (GKV) sowie unparteiische Mitglieder an.

Psychotherapeutenkammer: Kürzung fatales Signal

Die KBV, die neben den Kassenärzten auch die Psychotherapeuten vertritt, stimmte nach eigenen Angaben gegen die Honorarsenkung. Der GKV-Spitzenverband hatte von einem Kompromiss gesprochen, der die Interessen von Psychotherapeuten und Beitragszahlern angemessen berücksichtige.

Die Psychotherapeutenkammer Hamburg hatte die Kürzung kritisiert: «Angesichts der angespannten Versorgungssituation ist sie ein fatales Signal und steht im klaren Widerspruch zu den politischen Zielen, den Fokus in der Gesundheitsversorgung auf den ambulanten Versorgungsbereich zu legen.»

© dpa-infocom, dpa:260415-930-948834/2

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