Werder immer tiefer in der Krise: «Wir alle sind enttäuscht»

Niedergeschlagen: Werder Bremen nach dem 1:2 bei Tabellennachbar FC St. Pauli.  Marcus Brandt/dpa
Niedergeschlagen: Werder Bremen nach dem 1:2 bei Tabellennachbar FC St. Pauli. Marcus Brandt/dpa

Hamburg (dpa) –

Die Szenen nach der bitteren Pleite verdeutlichten die sportliche Schieflage des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Werder Bremen: Nach dem 1:2 (0:0) beim Tabellennachbarn FC St. Pauli wurden die Spieler von den eigenen Fans weggeschickt. Keine gemeinsame Zeit nach der Partie.

«Unsere Fans nehmen natürlich auch unheimlich viel auf sich, reisen überall mit, unterstützen uns bis zum Abpfiff. Und es ist ja auch klar, dass die Enttäuschung riesig ist. Wenn du bei uns in die Kabine reingehst: Wir alle sind enttäuscht», sagte Profifußball-Geschäftsführer Clemens Fritz. Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt bezeichnete die Reaktion der Anhänger als «verständlich». 

Die Bremer wurden vom Club aus Hamburg überholt, rutschten auf einen direkten Abstiegsrang und beendeten das 13. Liga-Spiel in Serie ohne einen Sieg. Trainer Daniel Thioune, der Nachfolger von Horst Steffen, erlebte die dritte Pleite im dritten Spiel nach seinem Start an der Weser. 

Immerhin waren die Bremer nach zuletzt zwei Partien ohne eigenen Treffer wieder erfolgreich durch das Tor des eingewechselten Winter-Neuzugangs Jovan Milosevic (62. Minute). 

Fritz: «Geht nicht um persönliche Befindlichkeiten»

«Es gibt nicht diesen einen Punkt, diese eine Lösung», sagte Fritz. «Wenn du das Spiel in Summe siehst, ist es ja schon so: da fehlt nicht viel. Aber darauf kannst du dich halt auch nicht verlassen», fügte er hinzu. 

Durch die ausbleibenden Erfolge wird auch die Kritik an Fritz nicht weniger. «Das ist egal, was es mit mir macht. Ich arbeite daran und wir alle arbeiten gemeinsam daran, Lösungsansätze zu haben», sagte er auf die Frage, was die Situation mit ihm persönlich mache. «Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten, das bringt uns jetzt auch nicht weiter», fügte er hinzu. 

In der kommenden Woche empfangen die Bremer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim zum nächsten Kellerduell. «Es ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Wir wissen auch, dass wir Punkte brauchen, dass wir Siege brauchen», sagte Fritz.

© dpa-infocom, dpa:260223-930-722261/1

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