Hamburg (dpa/lno) –
Fahrgäste der Hamburger U-Bahn müssen sich am Mittwoch erneut nach Alternativen umsehen. Die Gewerkschaft Verdi hat nach eigenen Angaben Beschäftigte der Hochbahn erneut zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Bereits Anfang des Monats standen in der Hansestadt alle U-Bahnen einen Tag lang still. Ebenfalls betroffen seien die Hochbahn-Buslinien südlich der Elbe. Am Freitag und Montag soll es dann Autofahrer treffen. Dann soll der am Wochenende bereits wegen Bauarbeiten gesperrte Elbtunnel zusätzlich bestreikt werden.
Hochbahn rät: Auf S-Bahnen ausweichen
Nach Angaben der Hochbahn fahren am Mittwoch 35 Buslinien gar nicht, bei weiteren drei sei ein eingeschränkter Betrieb geplant. Auch werde geprüft, ob am Streiktag die Aufnahme eines stark eingeschränkten Grundangebots bei Bussen und den U-Bahn-Linien 1, 2, 3, und 4 ermöglicht werden könne. Die Hochbahn appellierte an Fahrgäste, möglichst auf S-Bahnen ausweichen, da
diese – ebenso wie die Hadag-Fähren – nicht vom Streik betroffen seien.
Bereits am Dienstag hatte ein neuerlicher Warnstreik im Hamburger Nahverkehr Fahrgästen viel Geduld abverlangt. So fuhren zahlreiche Hochbahn-Busse nicht oder nur eingeschränkt, wie die Hochbahn mitteilte. Insgesamt waren den Angaben zufolge 38 von 112 Buslinien betroffen. Für die wichtigsten Linien – etwa die 4 und die 5 – sei ein Notbetrieb im 15- bis 30-Minuten-Takt eingerichtet worden. Andere Linien seien in einem «instabilen Teilbetrieb» unterwegs gewesen, wieder andere seien gemäß Fahrplan gefahren.
Bereits am Dienstag teils erhebliche Einschränkungen
Der von der Gewerkschaft Verdi ausgerufene Warnstreik begann um 3.00 Uhr nachts und sollte bis Mittwoch um 3.00 Uhr andauern. Der Warnstreik beschränkte sich auf die Linien der Betriebshöfe Alsterdorf, Hummelsbüttel und Langenfelde. Verdi fordert in den Tarifverhandlungen bei der Hochbahn unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende.
Am Mittwoch um drei Uhr Nacht beginnt nach Verdi-Angaben der nächste 24-stündige Warnstreik. Dann seien neben den U-Bahnen auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betroffen. Bestreikt werden sollen die Betriebshöfe Bergedorf, Rahlstedt, Glinde, Billbrook, Geesthacht und Lauenburg. Fahrgäste müssen sich deshalb auf Einschränkungen vor allem im Hamburger Osten sowie in den Kreisen Lauenburg und Stormarn einstellen. Bei den VHH-Verhandlungen dreht es sich um einen neuen Manteltarif.
Verdi verlangt für Autobahn-Beschäftigte sieben Prozent mehr
Bei dem angekündigten Warnstreik auf der Autobahn A7 am Elbtunnel geht es um den Tarifkonflikt der Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Arbeitgeberseite vor, nach zwei Terminen lediglich ein unzureichendes Angebot vorgelegt zu haben. Verdi verlangt für die Beschäftigten sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr. Auch die Nachwuchskräfte sollen 300 Euro mehr im Monat erhalten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Der Warnstreik am Elbtunnel beginne am Freitag um 6:00 Uhr morgens und dauere 24 Stunden. Danach folgt die Schließung wegen Bauarbeiten, ehe dann am Montag um 0:00 Uhr der zweite Warnstreik starte. Dieser soll dann bis Dienstag, 6:00 Uhr, dauern. Verdi geht davon aus, dass mit erheblichen Einschränkungen im Bereich des Elbtunnels sowie der Tunnelkette Schnelsen/Stellingen entlang der Bundesautobahn 7 gerechnet werden muss.
Verdi: Arbeitskampfmaßnahmen mit spürbaren Auswirkungen
«Die Arbeitskampfmaßnahmen werden spürbare Auswirkungen auf den Verkehr in und um Hamburg haben – insbesondere auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsachsen Deutschlands», betonte Verdi. Das gelte auch für die ebenfalls vom Streik betroffene Norderelbbrücke der A1. Dort könnten in der Nacht zu Samstag, in der Nacht zu Montag sowie von Montag auf Dienstag keine Schwerlasttransporte stattfinden. Es müsse mit erheblichen Rückstaus gerechnet werden. Dies betreffe besonders überregionale Logistik- und Lieferketten.
Ein Sprecher der Autobahn GmbH Nord sagte, die seit längerem geplante Vollsperrung von Freitagabend bis Montagmorgen könne nicht verschoben werden. Laut einer Notdienstvereinbarung werden an den Streiktagen dann im Elbtunnel nur zwei, statt der üblichen drei Fahrspuren je Richtung frei sein.
© dpa-infocom, dpa:260217-930-698013/2








