Leipzig (dpa) –
Tribünenplatz gegen Köln, Torerfolg gegen Leipzig: Topstürmer Mohammed Amoura steht in dieser Saison sinnbildlich für die Probleme des VfL Wolfsburg. Kein anderer Kader im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ist teurer und besser besetzt. Keiner anderen Mannschaft wurden aber selbst aus den eigenen Reihen schon so viele Mängel an Einstellung und Teamgeist attestiert wie dem VfL.
Der 25-jährige Amoura ist dafür das beste Beispiel. Beim überzeugenden 2:2 (0:0) beim Champions-League-Kandidaten RB Leipzig brachte der algerische Nationalspieler den Tabellen-15. am Sonntagabend sehenswert in Führung. Zwei Wochen zuvor war der Stürmer bei der 0:1-Niederlage beim 1. FC Köln noch aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen worden.
«Man muss eine sehr gesunde Balance haben», sagte Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer hinterher über seinen Umgang mit Amoura. «Es gibt Leitplanken innerhalb einer Mannschaft, die für jeden Spieler gelten. Das musste Mo vor dem Spiel in Köln auf die harte Tour feststellen.» Auf der anderen Seite «ist Mo auch ein begnadeter Individualist. Und da gilt es für mich als Trainer, diesen Raum innerhalb der Mannschaft für ihn zu finden und ihm diesen Raum auch zu geben, ohne das Mannschaftsgefüge auseinanderzubringen.»
Amoura war einst für einen Gesamtbetrag von rund 17 Millionen Euro vom belgischen Meister Union Saint-Gilloise verpflichtet worden. Bereits im vergangenen Sommer war Benfica Lissabon an ihm interessiert. Nach dieser Saison und vor allem nach der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko gilt der schnelle Angreifer erneut als Verkaufskandidat.
Bauer über Amoura: «Kein streitbarer Charakter»
Bauer stellte sich erneut vor Amoura. «Mo ist ein wichtiger Faktor für uns», sagte der Trainer. «Er ist in der Mannschaft total anerkannt. Er ist ein besonderer Spieler, aber er ist kein streitbarer Charakter. Er ist ein guter Junge und ich habe einen guten Draht zu ihm.»
Nach nur einem Sieg in den sieben Spielen nach der Winterpause steht der VfL vor dem wichtigen Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) unter Druck. Bauer glaubt trotzdem an sein schwer zu führendes Team: «Gerade wenn man als Mannschaft und als Verein durch schwere Phasen hindurchgeht, kann man daraus unglaublich viel Stärke ziehen», sagte er. «Ich bin davon überzeugt, dass uns dieser Weg gelingen wird und dass wir aus dieser schweren Phase umso stärker herauskommen werden.»
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