Weitere Warnstreiks im Uniklinikum in Kiel

Am UKSH gibt es weitere Warnstreiks. (Symbolbild) Christian Charisius/dpa
Am UKSH gibt es weitere Warnstreiks. (Symbolbild) Christian Charisius/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Patienten am Kieler Uniklinikum müssen sich von Montag an erneut auf Einschränkungen einstellen. Im Tarifstreit zwischen den Landes-Beschäftigten und den Bundesländern hat die Gewerkschaft Verdi weitere Warnstreiks um Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) angekündigt. Am Montag, Dienstag und Mittwoch würden dort Arbeitsniederlegungen gezielt so organisiert, dass eine spürbare wirtschaftliche Wirkung entstehe, kündigte die Gewerkschaft an. Es seien an den jeweiligen Tagen unterschiedliche Bereiche betroffen.

Ein UKSH-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe mit der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung. Es könne voraussichtlich regulärer Krankenhausbetrieb stattfinden. «Wir sind geübt darin.» Sollten planbare Operationen jedoch verschoben werden, würden Patientinnen und Patienten darüber informiert.

Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr

Nach Verdi-Angaben gibt es Warnstreiks insbesondere in Bereichen mit hoher wirtschaftlicher Relevanz. «Zahlreiche OP-Säle werden nicht besetzt sein, radiologische Untersuchungen sowie Teile der Transfusionsmedizin können nur eingeschränkt stattfinden.» Auch das Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) sei betroffen. Verschont werden sollen stationäre Bettenbereiche, die Behandlung von Kindern sowie die Versorgung akuter Notfälle.

«Trotz aller Konsequenz in der Sache stellen wir sicher, dass akute Notfälle und besonders sensible Bereiche versorgt werden. Eine Gefährdung von Leib und Leben wird es nicht geben», erklärte die stellvertretende Verdi-Landesleiterin Diana Zimmermann. «Wir nehmen keinerlei Bewegung auf Arbeitgeberseite wahr. Wenn man uns nicht hören will, müssen wir lauter werden.»

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Insgesamt geht es um rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Direkt verhandelt wird laut Verdi für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder außer für Hessen, das eigenständig verhandelt. Das Tarifergebnis soll später auf die Landes-Beamtinnen und -Beamten und Versorgungsempfänger übertragen werden, so dass auch diese rund 1,3 Millionen Menschen betroffen sind.

Die Tarifpartner wollen ihre Verhandlungen am 11. Februar in Potsdam fortsetzen.

© dpa-infocom, dpa:260129-930-613697/1

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