Kiel (dpa/lno) –
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hat den Vandalismus am Mahnmal der 1938 zerstörten Synagoge in der Goethestraße in Kiel verurteilt. «Der Angriff auf das Mahnmal der Synagoge in Kiel ist ein unerträglicher Akt antisemitischer Verachtung und ein Angriff auf das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus», sagte Daniel Günther (CDU). Wer einen solchen Ort der Erinnerung schände, verletze die historische Verantwortung und die Grundwerte des Landes.
«Wir erleben, wie antisemitische Vorfälle immer mehr zunehmen», sagte Günther. «Vor 90 Jahren war solcher Hass der Anfang vom Ende – genau deshalb dürfen wir heute keinen einzigen Vorfall hinnehmen.» Jede Tat müsse der Rechtsstaat konsequent verfolgen und bestrafen – das gelte auch für diesen Angriff. «Schleswig-Holstein steht fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und wird jüdisches Leben entschlossen schützen», betonte er.
In der Nacht zum Sonntag hatten unbekannte Täter laut Polizei am Mahnmal einen Davidstern, ein Bild und Kerzen über den Gehweg verstreut und teils zertreten. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Ein Bekennerschreiber oder Hinweise auf eine politische Tat gebe es bisher nicht. Das Mahnmal selbst wurde nicht beschädigt. Zuerst berichteten die «Kieler Nachrichten».
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar
Auch Landtagspräsidentin Kristina Herbst zeigte sich bestürzt wegen des Angriffs. «Das Mahnmal erinnert an die Zerstörung der Synagoge und die Verbrechen des Nationalsozialismus in Kiel und steht für die Verpflichtung unserer Gesellschaft gegen Antisemitismus und Hass», sagte die CDU-Politikerin. Wer versuche, diesen Ort der Erinnerung zu schänden, greife nicht nur einen Gedenkort an, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes.
«Auch der Zeitpunkt der Tat – unmittelbar vor dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar – macht betroffen», erklärte Herbst. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Landtages dazu findet in Itzehoe (Kreis Steinburg) statt.
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