Heime werden für Pflegebedürftige im Norden teurer

Pflegeheime werden für Bedürftige und ihre Angehörigen immer teurer. (Symbolbild) Tom Weller/dpa/dpa-tmn
Pflegeheime werden für Bedürftige und ihre Angehörigen immer teurer. (Symbolbild) Tom Weller/dpa/dpa-tmn

Kiel (dpa/lno) –

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen in Schleswig-Holstein mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen. Wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab, hat die monatliche Eigenbeteiligung mit Stand zum 1. Januar im nördlichsten Bundesland erstmals die Marke von 3.000 Euro überschritten. Im Durchschnitt beliefen sich die Kosten zum Beginn des Monats auf genau 3.037 Euro – dies sind 259 Euro mehr als zum Beginn des Vorjahres.

Dabei setzt sich die Eigenbeteiligung aus mehreren Bestandteilen zusammen: den Kosten für Unterkunft und Verpflegung, den Investitionskosten und den pflegebedingten Aufwendungen. Den Angaben nach gab es mit 13,6 Prozent den größten Anstieg bei den Aufwendungen – vor allem wegen gestiegener Personalkosten. 

Je länger jemand in einem Pflegeheim ist, desto mehr Zuschüsse gibt es allerdings für den Eigenanteil für die reine Pflege. Die Zuzahlungen sinken daher mit der Aufenthaltsdauer: Im zweiten Jahr müssen die Pflegebedürftigen in Schleswig-Holstein zu Jahresbeginn 2.782 Euro bezahlen, im dritten Jahr 2.443 Euro und im vierten Jahr 2.019 Euro, hieß es.

Verband fordert Beteiligung des Landes

«Das Personal soll gut bezahlt werden, damit die Arbeit in der Pflege attraktiv bleibt», sagte Claudia Straub, die Leiterin der Landesvertretung des Verbandes in Schleswig-Holstein. Andererseits seien die stetig steigenden Eigenanteile allerdings ein ernstes soziales Problem. 

Der Verband fordert eine Übernahme der Investitionskosten durch das Land. Die Pflegebedürftigen in den Heimen könnten um gut 500 pro Monat entlastet werden, wenn diese Kosten übernommen würden, erklärte Straub. «Trotz der angespannten Finanzlage sollte das Land eine Beteiligung prüfen»

Große Unterschiede in den Ländern

Regional gibt es große Unterschiede. Im Ländervergleich am teuersten war die Pflege im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar in Bremen mit durchschnittlich 3.637 Euro im Monat und im Saarland mit 3.601 Euro. Am niedrigsten war die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim nun in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2.903 Euro.

Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.

© dpa-infocom, dpa:260121-930-579056/1

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