Zuzahlung für Pflege im Heim in Bremen am höchsten

Auch in Niedersachsen sind die Kosten gestiegen. (Symbolbild) Tom Weller/dpa/dpa-tmn
Auch in Niedersachsen sind die Kosten gestiegen. (Symbolbild) Tom Weller/dpa/dpa-tmn

Berlin/Hannover (dpa/lni) –

Pflegeheimbewohner in Bremen mussten zuletzt bundesweit am tiefsten in die eigene Tasche greifen. Die Zuzahlung im ersten Heimjahr lag laut einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen bei durchschnittlich 3.637 Euro im Monat. Demnach lag der Wert mit Stand 1. Januar gut fünf Prozent über dem Vorjahr. 

Auch in Niedersachsen ist der Betrag gestiegen. Dort zahlten Bewohnerinnen und Bewohner 2.903 Euro pro Monat. Ein Plus von gut zehn Prozent oder 264 Euro. Bundesweit wurden im Schnitt 3.245 Euro fällig.

Forderungen an die Politik

«Wir sind weiter denn je davon entfernt, dass der Eigenanteil für einen Heimaufenthalt aus einer Durchschnittsrente bezahlt werden kann», sagte der niedersächsische Verbandschef Hanno Kummer. Dabei könnten die Kosten um mehr als 600 Euro gesenkt werden, wenn die Landesregierung Ausgaben für Gebäude und die Ausbildung des Personals nicht auf die Pflegebedürftigen umlegen würde, sagte er. 

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu. Bei einem längeren Aufenthalt im Heim sinken die Kosten in den ersten Jahren durch gewährte Zuschüsse.

Anpassungen gefordert

Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. «Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen», sagte Elsner. Die schwarz-rote Bundesregierung peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an.

© dpa-infocom, dpa:260121-930-579050/1

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