Vergrabene Giftabfälle? «Keine Gefahr für das Grundwasser»

Ein Gutachten zum Grundwasser auf dem Gelände gibt Entwarnung. (Archivbild) Sina Schuldt/dpa
Ein Gutachten zum Grundwasser auf dem Gelände gibt Entwarnung. (Archivbild) Sina Schuldt/dpa

Oldenburg (dpa/lni) –

In der Debatte um mögliche Giftstoffe auf dem Areal des ehemaligen Fliegerhorstes gibt ein Gutachten Entwarnung. «Die nun vorliegenden Messreihen zeigen, dass keine Gefahr für das Grundwasser besteht», teilte die Stadt Oldenburg mit.

Illegale Abfälle und Korruption – warum ermittelt wird

Bei der Sanierung des ehemaligen Militärgeländes für ein neues Wohnviertel soll einiges schiefgegangen sein. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen drei Beschuldigte wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit Abfällen. Sie sollen dafür verantwortlich sein, dass illegal Sondermüll im Bereich des ehemaligen Schießstandes vergraben wurde. Dabei soll es sich unter anderem um asbesthaltiges und mit krebserregenden Stoffen belastetes Material handeln.

Die Vorwürfe kamen in einem Korruptionsverfahren der Staatsanwaltschaft Osnabrück auf. Beschuldigt ist unter anderem ein ehemaliger städtischer Mitarbeiter.

Verwaltung: Keine Gefahr für Grundwasser 

Die Stadt Oldenburg hatte das Grundwasser analysieren lassen und stellte keine Gefahr für Mensch und Umwelt fest. Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft kam Ende Februar 2025 zu einem anderen Ergebnis: In Bodenproben aus einer Tiefe von bis zu 3,90 Meter sollen sich Giftstoffe befinden, deren Konzentration Grenzwerte überschreiten.

Nun ließ die Stadt das Grundwasser erneut prüfen – mit ähnlichem Ergebnis wie bei ihrer ersten Analyse. Auch die zweite Untersuchung im Auftrag der Verwaltung «bestätige keine wesentlichen Überschreitungen der gesetzlichen Prüfwerte», teilte die Stadt mit. 

Nach Angaben der Stadt ergab nur eine Probe, dass der Grenzwert für Vinylchlorid leicht überschritten wurde. Dieses Ergebnis einer einzelnen Messstelle stelle keine Gefahr dar, hieß es weiter. Das Grundwasser soll weiter halbjährig überprüft werden.

Der Rat der Stadt Oldenburg forderte zuletzt eine lückenlose Aufklärung über mögliche Umweltgefahren. Sollten sich der Vorwurf der illegalen Müllentsorgung und der Korruptionsverdacht bestätigen, sollen die laufenden Aufträge der beteiligten Firmen gekündigt werden.

© dpa-infocom, dpa:260212-930-679082/1

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