St. Paulis Sportchef nach 0:5 sauer: Jedes Tor zählt

Der FC St. Pauli kassiert gegen Bayern München das vierte von fünf Gegentoren. Christian Charisius/dpa
Der FC St. Pauli kassiert gegen Bayern München das vierte von fünf Gegentoren. Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa) –

Die Niederlage gegen Bayern München hat beim FC St. Pauli niemanden überrascht. Die Deutlichkeit bei der 0:5 (0:1)-Heimpleite hat Sportchef Andreas Bornemann mit Blick auf den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga aber richtig wütend gemacht.

«Es ist keine Schande, gegen Bayern München zu verlieren. Aber ich glaube: Die Höhe ist völlig unnötig. Wir haben heute nicht nur keine Punkte geholt, sondern auch wichtige Tore hergeschenkt, weil am Ende vielleicht auch die Tordifferenz einen Punkt wert sein kann», sagte Bornemann am Samstagabend in einem Sky-Interview. «Ich kann es mir nicht richtig erklären, weil es eigentlich untypisch ist, dass wir dem Gegner so fahrlässig Torchancen ermöglichen.»

Als Tabellen-16. hat St. Pauli zwar immer noch vier Punkte Vorsprung auf den Vorletzten VfL Wolfsburg auf dem ersten direkten Abstiegsplatz. Aber die Tordifferenz ist jetzt nur noch um einen Treffer besser. Und am letzten Spieltag am 16. Mai treffen beide Teams in Hamburg direkt aufeinander. 

«Es geht jetzt in die entscheidende Phase der Saison. Jetzt geht es um die Wurst. Jedes Spiel zählt – und vielleicht am Ende auch jedes Tor», sagte Bornemann. «Mit einer guten Leistung und einem 0:2 gegen Bayern München vom Platz zu gehen, gibt uns eine andere Energie als hier jetzt mit 0:5 vom Platz zu gehen – und das auch in der Höhe verdient.»

St. Pauli jetzt gegen zwei Konkurrenten

Was den 54-Jährigen besonders störte: «Wollen wir irgendwem noch etwas beweisen? Wir können nicht versuchen, hinten mit Hacke, Spitze herauszuspielen gegen eine Mannschaft wie Bayern München, die selbst zwischen zwei wichtigen Spielen in der Champions League nicht mal ansatzweise etwas weg schenkt», sagte Bornemann.

Kapitän Hauke Wahl teilte diesen Eindruck aber nicht. «Man darf nicht vergessen: Wir sind nicht die erste Mannschaft, die von Bayern auf die Fresse bekommen hat», sagte der Abwehrspieler ebenfalls bei Sky.

Bereits am Freitagabend trifft St. Pauli wieder am Millerntor auf den direkten Konkurrenten 1. FC Köln. Danach geht es im Abstiegskampf zum Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. «Köln ist ein wichtiges Spiel, aber kein Schlüsselspiel. Es wird nichts entscheiden», sagte Wahl. «Aber wir freuen uns schon seit Wochen darauf. Die Hütte wird brennen!»

© dpa-infocom, dpa:260412-930-933335/1

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