Polizei, Kliniken, Schulen: Warnstreik für höhere Löhne

Auch die Polizeigewerkschaft GdP hatte zu dem Warnstreik aufgerufen. Michael Matthey/dpa
Auch die Polizeigewerkschaft GdP hatte zu dem Warnstreik aufgerufen. Michael Matthey/dpa

Hannover/Bremen (dpa/lni) –

Tausende Landesbeschäftigte sind in Niedersachsen und Bremen erneut für bessere Löhne auf die Straße gegangen. In Hannover und Bremen kamen nach Angaben von Verdi-Landesbezirkschefin Andrea Wemheuer jeweils knapp 3.500 Menschen zusammen, darunter Beschäftigte von Polizei, Kliniken, Schulen und Straßenbauverwaltung. Die Polizei sprach von rund 3.000 Teilnehmern in Bremen und 1.700 in Hannover. 

«Sterben Sie langsamer! Wir haben keine Zeit…», stand auf dem Schild einer Mitarbeiterin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die an einer Kundgebung neben dem niedersächsischen Landtag teilnahm. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaft Verdi, die Bildungsgewerkschaft GEW, die Gewerkschaft der Polizei und die IG Bauen-Agrar-Umwelt.

«Wir fordern die Landesregierung auf, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für euch, für ihre Beschäftigten und für eine stabile und vielfältige öffentliche Daseinsvorsorge in unserem Bundesland», sagte Verdi-Landeschefin Wemheuer an Rot-Grün in Niedersachsen gerichtet.

In Bremen hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der Finanzbehörde Transparente mit Aufschriften wie «Löhne rauf, sonst zahl‘ ich drauf» und «Spart nicht an unserer Zukunft!» in die Höhe. Verdi zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung. «Wir hoffen, dass das auch Auswirkungen auf die Arbeitgeber hat», sagte die stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin für den Bereich Bremen und Nordniedersachsen, Kornelia Knieper.

Was die Gewerkschaften fordern

Hintergrund ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder. Die Arbeitnehmer fordern bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sieben Prozent mehr Geld im Monat, mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen und sie sollen nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden.

Die Eckpunkte der Arbeitgeber sehen Entgelterhöhungen leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028 mit 29 Monaten Laufzeit vor. 

Die dritte Verhandlungsrunde soll morgen in Potsdam beginnen.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi gibt es rund 245.000 Tarifbeschäftigte des Landes in Niedersachsen und etwa 39.000 in Bremen.

Sowohl die Medizinische Hochschule Hannover als auch die Universitätsmedizin Göttingen hatten angekündigt, vom Warnstreiktag betroffen zu sein. Alle Notfallpatientinnen und -patienten würden aber adäquat versorgt. Die Landesstraßenbaubehörde teilte mit, dass es Einschränkungen gebe und etwa der Tunnel Bovenden (B3) bei Göttingen am Streiktag voll gesperrt bleibe.

© dpa-infocom, dpa:260210-930-667164/1

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