Zeuge im Block-Prozess: Wollte Eltern an einen Tisch bringen

Christina Block steht seit knapp einem Jahr vor Gericht. Marcus Brandt/Pool dpa/dpa
Christina Block steht seit knapp einem Jahr vor Gericht. Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Hamburg (dpa) –

Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat ein Kinderpsychologe als Zeuge berichtet, wie er in den Jahren vor der Tat zwischen den verfeindeten Eltern vermitteln wollte. «Es war für mich ein Anliegen, Brücken zu bauen», sagte der 54-Jährige vor dem Landgericht Hamburg. Er habe die Eltern wieder an einen Tisch bringen wollen. Dazu habe er mehrmals Gespräche mit dem Familienanwalt des Ex-Mannes geführt, da er den Juristen schon lange gekannt habe. Jedoch habe man keine gemeinsame Lösung gefunden.

Der Psychologe setzte am 54. Prozesstag seine Aussage fort, die er bereits im Januar begonnen hatte. Die Verteidigung der angeklagten Unternehmerin Christina Block hatte Gelegenheit, Fragen zu stellen. Der Psychologe aus Bremen hatte Block lange Zeit beraten, nachdem ihr Ex-Mann die beiden jüngsten Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 in Dänemark nicht zurück nach Hamburg gebracht hatte. Der Zeuge ist nach seinen Worten auf die Beratung von «Trennungseltern» spezialisiert.

Christina Block, Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, soll nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit die Entführung ihres damals zehn Jahre alten Sohns und der 13-jährigen Tochter aus Dänemark in Auftrag gegeben haben. Sie bestreitet das. Eine israelische Sicherheitsfirma, die die Kinder in der Silvesternacht 2023/2024 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll, habe auf eigene Faust gehandelt, hatte sie erklärt. Es gibt noch sechs weitere Angeklagte.

© dpa-infocom, dpa:260611-930-207020/1

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