Hamburg (dpa/lno) –
Die Zahl der Übergriffe auf Angehörige des öffentlichen Dienstes in Hamburg ist im vergangenen Jahr um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Wurden 2024 noch 2.866 Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ämtern, Landesbehörden oder städtischen Betrieben gezählt, waren es 2025 3.219 und damit 353 mehr, wie aus der Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Stefan Bereuter hervorgeht.
«Die Übergriffe auf unsere Polizisten, Feuerwehrleute, Justizvollzugsbediensteten und Verwaltungsmitarbeiter nehmen immer weiter zu», sagte Bereuter, der in seiner Fraktion für den öffentlichen Dienst zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur. «Wer tagtäglich für unsere Sicherheit sorgt, darf nicht selbst zum Opfer werden, sei es auf der Straße, an Gerichten, im Jugend- und Sozialamt oder in Jobcentern.»
Senat nennt Meldepraxis als Ursache für Anstieg
Der Senat führt die starke Zunahme der Fälle «maßgeblich auf verbale Übergriffe» wie «Beleidigungen oder Bedrohungen mit Worten oder Gesten» zurück, deren Zahl im vergangenen Jahr allein um 356 Fälle gestiegen sei.
«Eine einzelne Ursache hierfür lässt sich nicht identifizieren, es kann aber davon ausgegangen werden, dass Veränderungen im Publikumsverkehr sowie die Meldepraxis wichtige Faktoren sind», heißt es in der Antwort weiter.
Zugleich wird klargestellt: «Der Senat missbilligt respektloses, übergriffiges oder gar gewalttätiges Verhalten gegenüber Einsatzkräften und anderen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und begrüßt eine konsequente Meldepraxis und Verfolgung von Übergriffen.»
Deutlich mehr Übergriffe in Bezirksämtern
Betroffen waren den Angaben zufolge beispielsweise Mitarbeiter in der Justiz, im Justizvollzug, im Jobcenter, in der Polizeiverwaltung sowie in den Bezirksämtern.
Im Bezirksamt Altona hat sich laut Senatsantwort die Zahl der Fälle zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Von den insgesamt 678 Übergriffen des vergangenen Jahres fielen 198 in die Kategorie «Körperliche Gewalt gegen Personen mit Gegenständen (außer Waffen)».
258 Übergriffe wurden im Strafvollzug registriert – 16 mehr als 2024. In fast jedem zehnten Fall (23) handelte es sich um «sexuelle Grenzverletzungen».
Um knapp 14 Prozent gingen hingegen im vergangenen Jahr die Übergriffe auf Mitarbeiter des Jobcenters team.arbeit.hamburg zurück. Die Zahl der Fälle lag mit 234 aber immer noch vergleichsweise hoch.
Über 1.500 Fälle bei der Polizei
Angriffe auf Beamte im Polizeivollzugsdienst werden in der Kriminalstatistik gesondert erfasst. Auch hier finden sich unter der Rubrik «Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen» steigende Fallzahlen: Von 1.488 in 2024 auf 1.542 im vergangenen Jahr.
Und wurden wegen solcher Straftaten 2024 noch 1.936 Verfahren gegen 2.016 Beschuldigte geführt, waren es im vergangenen Jahr 2.171 Verfahren und 2.218 Beschuldigte.
«Der Senat muss endlich handeln», forderte Bereuter angesichts der Zahlen. «Der Schutz unserer Beschäftigten ist keine Option, sondern Pflicht. Ich erwarte, dass den Worten nun endlich Taten folgen!»
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