Lufthansa Technik sieht U-Boot-Jäger-Wartung als Zeitenwende

Der neue U-Boot-Jäger der Marine ist das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Georg Wendt/dpa
Der neue U-Boot-Jäger der Marine ist das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Georg Wendt/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Lufthansa Technik hat die Wartung der neuen See-Fernaufklärer der Deutschen Marine als Zeitenwende in der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Die Arbeiten an den Maschinen vom Typ Boeing P-8A Poseidon seien ein Novum, sagte Personalvorständin Jana Schumacher bei einer Festveranstaltung am Sitz von Lufthansa Technik in Hamburg. «Erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen.»

Die auf Basis der Boeing 737-800 gefertigten Poseidon-Maschinen sind laut Bundeswehr mit einer Länge von knapp 40 Metern und einer Spannweite von etwa 38 Metern die größten deutschen Kampfflugzeuge.

Neue U-Boot-Jäger der Marine 

Sie hätten die Fähigkeit, «große Seegebiete schnell und wirksam zu überwachen, U-Boote aufzuklären, zu verfolgen und – wenn nötig – zu bekämpfen», sagte der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen. Ausgestattet sind sie mit modernster Sensortechnik, bewaffnet unter anderem mit Wasserbomben und Torpedos.

Die zweite an die Marine ausgelieferte Maschine war Mitte März für den sogenannten 90-Tage-Check bei Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen eingetroffen. Aktuell durchläuft die erste Poseidon dort ihren 180-Tage-Check. Sie war im November vergangenen Jahres offiziell in Dienst gestellt worden.

Neben der militärischen Möglichkeiten brauche es auch industrielle Resilienz, sagte Nielsen. «Dazu gehören auch Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und aus eigener Überzeugung einen Beitrag zur Gesamtverteidigung unseres Landes leisten.»

«Lufthansa Technik kann auch Marine»

Mit den Checks der P-8A habe Lufthansa Technik bewiesen, «dass das Unternehmen auch Marine kann», sagte der verantwortliche Gruppenleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Stefan Rauscher. «Ich bin sicher, dass wir auch hier die vertrauensvolle, leistungs- und termingerechte Zusammenarbeit etablieren, die wir seit Jahren bei den Transport- und Sonderflugzeugen der Luftwaffe kennen und schätzen.»

Als starker Luftfahrtstandort könne Hamburg die Kompetenz seiner Unternehmen auch im militärischen Bereich einbringen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher. Die Zusammenarbeit der Lufthansa Technik mit Boeing und der Deutschen Marine sei ein Beispiel dafür. «Es ist wichtig, dass die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter Beteiligung deutscher Unternehmen erfolgt und damit auch positive Wertschöpfungseffekte für unsere Wirtschaft erzielt werden.»

© dpa-infocom, dpa:260420-930-969402/1

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