Kiel (dpa/lno) –
Die veränderte Sicherheitslage in der Welt geht an den Reservisten in Schleswig-Holstein nicht spurlos vorbei. «Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir in den nächsten Jahren gebraucht werden», sagte der Vorsitzende der Landesgruppe Schleswig-Holstein, Marc Lemmermann, der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig wachse die Zahl der Mitglieder im Reservistenverband der Bundeswehr.
Die Landesgruppe im Norden zähle inzwischen knapp 4.000 Mitglieder – auch dies sei auf die Situation in der Welt zurückzuführen, erklärte Lemmermann. «Es ist einfacher für unsere Mitglieder, Menschen anzusprechen.» Zudem würden mehr Menschen von selbst auf den Verband zukommen.
Dabei treten auch Menschen ohne vorherigen Dienst bei der Bundeswehr bei. Laut Lemmermann erleichtert dieser oft den Zugang zu einer Ausbildung bei der Bundeswehr, da man sich dort frühzeitig vernetzen kann.
Allerdings müsse die Bundeswehr geeignete Strukturen für Reservistinnen und Reservisten schaffen. Häufig gebe es mehr Reservisten in den Verbänden, als die Bundeswehr an passenden Stellen einsetzen kann. Die Strukturen sind laut Lemmermann nicht flexibel genug. Statt wie in anderen Ländern allen Interessierten von Anfang an eine Aufgabe im Heimatschutz zuzuweisen, suche die Bundeswehr oft gezielt nach passenden Personen für bestimmte Positionen.
Alle vier Jahre wird neuer Landesvorstand gewählt
Am Samstag wird bei einer Delegiertenversammlung in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel ein neuer Landesvorstand gewählt. Diese Wahl findet den Angaben nach alle vier Jahre statt.
Reservistinnen und Reservisten in Uniform sehe man oft auf den Straßen, besonders bei Veranstaltungen oder Wehrübungen der Bundeswehr, erklärte Lemmermann. Die Haltung im nördlichsten Bundesland gegenüber uniformierten Soldatinnen und Soldaten sei bemerkenswert.
Öffentliche Gelöbnisse etwa fänden hier problemlos und oftmals ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen statt. Der Respekt, den man ihnen entgegenbringe, lasse sich mit dem in anderen Bundesländern kaum vergleichen, betonte der Vorsitzende der Landesgruppe.
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