Schülerzahl in Hamburg steigt – aber nicht mehr lange

In Hamburg drücken so viele Schülerinnen und Schüler die Schulbank wie seit 45 Jahren nicht mehr. (Archivbild)  Christian Charisius/dpa
In Hamburg drücken so viele Schülerinnen und Schüler die Schulbank wie seit 45 Jahren nicht mehr. (Archivbild) Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

In Hamburg ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler im laufenden Schuljahr erneut auf einen Rekordstand gestiegen. 270.904 Schüler habe es zuletzt 1980 an den allgemein- und berufsbildenden Schulen der Hansestadt gegeben, sagte Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) bei der Vorlage der Schuljahresstatistik 2025/2026 im Rathaus. 

Die Zunahme sei aber mit knapp einem Prozent so gering ausgefallen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die aktuelle Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) sage für Hamburg erst für 2029 ein leichtes Absinken der Zahlen voraus.

Bekeris: Hohe Schülerzahlen bleiben Herausforderung

Die hohen Schülerzahlen blieben «eine große Herausforderung für die Schulen, auch wenn Hamburg inzwischen 21 neue Schulen gegründet und viele bestehende Schulen erweitert hat», sagte Bekeris.

Zwar seien die Einschulungen der Erstklässler an den Grundschulen seit ihrem Höhepunkt 2023 mit 19.521 Mädchen und Jungen auf aktuell 18.739 zurückgegangen. 

Im Vergleich zu vor zehn Jahren benötige man aber immer noch 120 Eingangsklassen mehr. «Die Jahrgänge, die wir einschulen, sind immer noch größer als die, die wir entlassen», sagte Bekeris. 

Auch beim pädagogischen Personal gab es wegen der steigenden Schülerzahlen Zuwachs. Die Zahl der Vollzeitstellen stieg zum Vorjahr um 215 auf 20.983.  

Zahl der Schulen steigt weiter – sieben weitere konkret geplant

Das Hamburger Schulsystem umfasst laut Statistik aktuell 385 staatliche Schulen – mit drei Neugründungen im laufenden Schuljahr. «Für die nächsten Jahre sind noch sieben weitere Schulen konkret geplant», sagte Bekeris. 

83 Hamburger Schulen sind im laufenden Schuljahr in privater Trägerschaft. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine private Schulbank drücken, sei in den vergangenen Jahren um mehr als ein Fünftel gesunken, sagte die Senatorin. Im aktuellen Schuljahr liege er bei 8,2 Prozent. 

Mehr als 90 Prozent nutzen Ganztag

Ein neuer Rekord sei auch beim Ganztagsangebot erzielt worden, an dem im laufenden Schuljahr 91 Prozent der Mädchen und Jungen an den Grundschulen teilnehmen würden. «Das, finde ich, ist eine ausgezeichnete Entwicklung und vor allen Dingen auch ein großer Vertrauensbeweis der Eltern in Schule und auch in die Träger, die bei uns ja zu einem großen Teil den Ganztag betreuen», sagte Bekeris.

Die Ganztagsbetreuung biete den Kindern die Chance auf ein breites Angebot am Nachmittag – etwa im Sportbereich oder bei der Sprachförderung – und den Eltern die Möglichkeit, Beruf und Familie zu verbinden. Damit werde zudem die gesellschaftliche Teilhabe unterstützt, sagte die Senatorin.

Gut die Hälfte hat bei Abschluss Abi in der Tasche

9.467 Schülerinnen und Schüler haben laut aktueller Statistik die Schule mit dem Abitur abgeschlossen, etwas weniger als im Vorjahr. 890 erreichten den schulischen Teil der Fachhochschulreife. 3.457 oder 18,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler machten den mittleren Schulabschluss (MSA), 3.268 den ersten Schulabschluss (ESA, 17,8 Prozent). 

Ohne Abschluss ging für 6,3 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Schullaufbahn zu Ende. Den Anstieg hier begründete Bekeris damit, dass Schüler mit Fluchthintergrund oft nicht ausreichend schnell die für einen Schulabschluss nötigen Deutschkenntnisse hätten erwerben können.

© dpa-infocom, dpa:260210-930-666883/3

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