Wer auf falsche Liebesversprechen hereinfällt, wird oft sowohl finanziell als auch emotional hart getroffen. In dieser Woche wurde bekannt, dass ein 35-Jähriger in Hannover wegen Love Scamming zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt wurde. Der Mann hatte einer 66-jährigen Pensionärin rund 160.000 Euro abgenommen. Das Opfer lernte den Täter über eine Dating-Plattform kennen. Er gab sich als deutscher Arzt aus, der im Ausland arbeite.
Nach Überzeugung des Gerichts handelte es sich nicht um einen Einzelfall: Der Verurteilte soll Teil einer Bande gewesen sein und mehrere Opfer betrogen haben.
Immer gleiche Masche, hoher Schaden
Die Masche der Täter ist dabei nahezu immer gleich. Sie geben an, sich im Ausland aufzuhalten – häufig in Krisen- oder Kriegsgebieten – und überhäufen ihre Opfer zunächst mit Liebesbekundungen. Später werden Notlagen vorgetäuscht: etwa eine angeblich lebensrettende Operation für ein Haustier oder Probleme mit ausländischen Behörden. Wer Geld überweist, sieht es in der Regel nie wieder. Oft folgt kurze Zeit später bereits die nächste erfundene Geschichte.
Kriminalstatistik zeigt großes Ausmaß
Wie groß das Problem ist, zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik, auch wenn Love Scamming dort nicht als eigene Kategorie geführt wird, sondern gemeinsam mit anderen Betrugsformen wie Schockanrufen oder dem Enkeltrick. In Niedersachsen wurden 2024 insgesamt 18.866 Betrugsfälle registriert. 12.291 Fälle konnten aufgeklärt werden – das verlorene Geld bleibt jedoch meist verschwunden.
Für Love Scamming selbst nennt die Polizei nur Schätzungen: Die Fallzahlen lagen 2024 im mittleren dreistelligen Bereich, der Gesamtschaden jedoch im mittleren siebenstelligen Bereich.
Über diese perfide Betrugsmasche, die neben hohen finanziellen Verlusten auch erhebliche psychische Belastungen für die Opfer mit sich bringt, wird Moderator Uwe Willmann mit Hans-Joachim Henschel, Kriminalhauptkommissar beim Landeskriminalamt Niedersachsen, heute in der Sendung sprechen.












