IG Metall fordert Aufträge für Offshore-Windkraft

Der Chef der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, fordert Aufträge für die Offshore-Windindustrie. (Archivbild) Sina Schuldt/dpa
Der Chef der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, fordert Aufträge für die Offshore-Windindustrie. (Archivbild) Sina Schuldt/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Die IG Metall Küste fordert von der Bundesregierung auf dem Hamburger Nordsee-Gipfel am Montag ein mit Taten untermauertes klares Bekenntnis zur Offshore-Windenergie. «Da dürfen der Bundeskanzler und die Wirtschaftsministerin auf dem Gipfel nicht schöne Ankündigungen oder gute Erklärungen mitbringen, sondern müssen tatsächlich Aufträge liefern», sagte der Chef der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, der Deutschen Presse-Agentur. Da müsse es jetzt endlich einen Durchbruch geben, «weil irgendwann fährt ansonsten dieser Offshore-Zug radikal an uns vorbei».

Nordsee soll «größtes Reservoir für saubere Energie» werden

Bei dem Nordsee-Gipfel im Rathaus werden Staats- und Regierungschefs sowie die Energieminister aus neun Nordsee-Ländern erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) möchte, dass die Nordsee zum «größten Reservoir für saubere Energie weltweit» wird. Ziel des Gipfels sei es, den grenzüberschreitenden Ausbau der Offshore-Windenergie, den Wasserstoffmarkt und zugleich eine leistungsfähige und vernetzte Offshore-Infrastruktur im gesamten Nordseeraum weiter «ambitioniert» voranzutreiben.

Friedrich sagte, im Moment nehme er viel Unruhe in der Branche wahr. Dazu beigetragen habe auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), als sie erklärt hatte, dass künftig im Land nicht mehr so viel Strom gebraucht werde. «Ich finde, die Ministerin sollte eigentlich den Ansatz haben, dass sie in ganz Deutschland guten, günstigen, verlässlichen Strom sicherstellen will – deswegen brauchen wir auch den Ausbau», sagte der Gewerkschafter. 

Friedrich für Änderungen bei Auktionen für Windkraftflächen

Er erinnerte daran, dass hiesige Unternehmen in den Startlöchern stünden. «Investitionen sind da, Personalkonzepte sind da, Engineering-Leistungen werden vorgehalten.» Jetzt müssten die Aufträge kommen. Gleichzeitig forderte er Änderungen bei den Auktionen zur Vergabe von Windkraftflächen. Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur war kein einziges Angebot eingegangen. 

Investitionen für eine Plattform oder die Teilnahme an einer Auktion kämen für Unternehmen ja nur dann infrage, «wenn sie glauben, damit ein gutes Geschäft zu machen». Und gerade die Diskussion über die Energiepreise und den Energiebedarf der Zukunft führe natürlich zu einer Zurückhaltung. «Und da müssen wir wieder Sicherheit hineinbringen.»

© dpa-infocom, dpa:260125-930-592495/1

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