Hannover (dpa/lni) –
Die Zahl der Feldhasen in Niedersachsen ist zuletzt stabil geblieben. Im Frühjahr des vergangenen Jahres lebten im Schnitt 14 Tiere pro Quadratkilometer im Land, wie aus Daten der Wildtiererfassung Niedersachsen der Landesjägerschaft hervorgeht. Das entspreche dem Niveau des Vorjahres. Im Vergleich zu vor zehn Jahren sei der Bestand um rund ein Viertel gestiegen.
Der Feldhase gilt demnach als sogenannte Indikatorart, weil er besonders empfindlich auf Veränderungen seines Lebensraums reagiert. Entscheidend seien strukturreiche Landschaften mit Hecken, Blühstreifen und Brachflächen, in denen die Tiere Nahrung und Schutz finden, teilte die Landesjägerschaft mit. Von solchen Strukturen profitierten auch andere Arten wie Insekten und Feldvögel.
Neben dem Lebensraum spielt nach Angaben der Jägerschaft auch der Einfluss von Fressfeinden eine Rolle. Ein wirksamer Schutz von Artenvielfalt erfordere daher sowohl geeignete Lebensbedingungen als auch eine Bejagung von Beutegreifern.
Viruserkrankung erstmals 2024 bei Feldhasen in Niedersachsen
Als neue Herausforderung für den Feldhasen gilt eine Viruserkrankung: Erstmals im Herbst 2024 wurde in Niedersachsen die Myxomatose bei Feldhasen nachgewiesen. Die bei Kaninchen schon länger bekannte Krankheit habe regional unterschiedlich starke Auswirkungen auf die Bestände, hieß es. Wissenschaftler und Jägerschaft untersuchten seitdem die Ausbreitung und Folgen der Infektion.
Die Wildtiererfassung Niedersachsen wird seit 1991 gemeinsam von der Landesjägerschaft und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung durchgeführt. Dabei erfassen Jäger regelmäßig Bestände verschiedener Arten. Die so entstehenden Langzeitdaten gelten als wichtige Grundlage, um Entwicklungen in der Agrarlandschaft zu bewerten.
© dpa-infocom, dpa:260329-930-880654/1








